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| 15:13 Uhr

Integration in Luckau
Beim Sport besser kennenlernen

„Integration durch Sport“ lautete das Motto des Hallenfußballturniers von „Mensch Luckau“ am Samstag in Luckau.
„Integration durch Sport“ lautete das Motto des Hallenfußballturniers von „Mensch Luckau“ am Samstag in Luckau. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. „Mensch Luckau“ veranstaltete zweites Fußball-Hallenturnier mit Geflüchteten und Einheimischen.

Unter dem Motto „Integration durch Sport“ fand am Samstag in der Turnhalle der Luckauer Oberschule „An der Schanze“ ein Turnier von Flüchtlings- und gemischten Teams statt. Zum zweiten Mal hatte es der Verein „Mensch Luckau“ ausgerichtet. „Sport verbindet und es ist eine schöne Sache, dass der Verein Teams aus Südbrandenburg hier in Luckau zusammenbringt, wo sie sich näher kennenlernen können“, sagte Luckaus Ordnungsamtsleiter Thomas Schäfer zur Begrüßung.

Großer Kampfgeist und Spannung bis zum Schluss prägten das Turnier der insgesamt sieben Freizeitteams aus Luckau, Lübben, Calau und Cottbus. Der Modus lautete diesmal „Jeder gegen Jeden“, weil für ein klassisches Turnier mit Vor- und Endrunde eine Mannschaft fehlte. Am Ende setzte sich „Freestyle“ aus Cottbus mit 13 Punkten und dem besseren Torverhältnis gegen „Mensch Luckau II“ (gleichfalls 13 Punkte) durch. Dritter wurde die Luckauer Mannschaft „Persia“ mit zwölf Punkten.

Die Freestyler aus Cottbus wiederholten ihren Erfolg vom vergangenen Jahr. „Wir sind sechs ständige Mitspieler und verabreden uns per Whatsapp regelmäßig zu Turnieren“, erzählt der 17-jährige André Letzner. Vier junge Leute aus dem Tschad, die in Großräschen, Teltow und Cottbus wohnen, zählen dazu. Nächstes Ziel sei das Turnier in Tropical-Islands. „Aber dafür müssen wir uns erst einmal qualifizieren“, benennt der Cottbuser die Hürde für die Teilnahme.

Einen fairen Wettbewerb bescheinigte Schiedsrichter Frank Kaminski den Teilnehmern. Gemeinsam mit Philipp Holzhüter, beide sind Unparteiische vom SV Wacker Schönwalde, leitete er die Begegnungen. Nach Talenten hielt auch diesmal wieder Fred Richter von der SG Gießmannsdorf Ausschau. Voriges Jahr habe er schon einen Spieler entdeckt, doch mit der Aufnahme in die Mannschaft habe es nicht geklappt. „Es muss auch alles passen, familiär und mit dem Aufenthaltsstatus“, so der Gießmannsdorfer. Bei Rasooli Schams passte es. Der 22-jährige Afghane spielt seit rund anderthalb Jahren beim FSV Rot-Weiß Luckau mit. Begonnen habe er mit dem Fußballtraining bei Hans Lamich.

Dieser hielt erneut die organisatorischen Fäden für das Turnier in seinen Händen. Vor zwei Jahren baute er das regelmäßige Freizeit-Fußballtraining für Geflüchtete in der Stadt auf. „Es findet jetzt im Winter an jedem Mittwoch von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Gymnasiums statt“, sagt der Luckauer Stadtverordnete (Die Linke).

Rund 25 fußballbegeisterte junge Menschen aus Syrien, Afghanistan, Kenia, dem Iran, Palästina, Kamerun, Eritrea sowie dem Tschad, die in Luckau und Lübben wohnen, kämen regelmäßig. „Mehr lässt die Kapazität in der Halle nicht zu“, sagt Hans Lamich. In den warmen Monaten des Jahres könnten auf dem Sportplatz auch Geflüchtete aus Walddrehna und Zützen mittrainieren, weil dann mehr Platz sei.

Beim Turnier am Samstag waren auch sie vertreten. Als „Jüngste“ bildeten sie eine Mannschaft. Mustafa Walizada zählte dazu. Der 16-Jährige wohnt in der Gemeinschaftsunterkunft in Zützen und spielte mit zwei weiteren Flüchtlingen mit. „Die Busverbindung nach Luckau ist schlecht, deshalb ist ein Training in Luckau nicht so oft möglich. Bei dem Turnier lernen wir auch die anderen Flüchtlinge aus Luckau besser kennen“, sagte er. Einen Trainingsplatz hätten sie in Zützen nicht. Wenn ein Platz in der Fußballmannschaft in Golßen frei wäre, würde er dort gern mitspielen, erzählte Mustafa Walizada.

Für den 30-jährigen Maysam Asrari ist das Fußballspielen mit anderen Flüchtlingen und deutschen Mannschaften „der einzige Kontakt, den ich mit Luckauern habe und das hilft mir, immer besser Deutsch zu sprechen“, sagt der Iraner.

Mit dem Deutschkurs sei er inzwischen fertig und suche jetzt gemeinsam mit dem Jobcenter einen Praktikumsplatz in einer Physiotherapie oder als Fitnesskaufmann. Im Iran habe er in einem Fitnessstudio gearbeitet und er hofft, dass ihm sein Zertifikat von der Universität in Mashhad bei der Praktikumssuche hilft.