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Bei Kokoskuchen ins Gespräch kommen

In zwangloser Runde einfach miteinander reden und den anderen näher kennenlernen, das ist Anliegen des Begegnungscafés in Luckau. Am Samstag fand es zum vierten Mal statt.
In zwangloser Runde einfach miteinander reden und den anderen näher kennenlernen, das ist Anliegen des Begegnungscafés in Luckau. Am Samstag fand es zum vierten Mal statt. FOTO: bkh1
Luckau. Einmal im Monat lädt der Verein "Mensch Luckau" zum Begegnungscafé in der Kleinkunstbühne der Theaterloge Luckau ein. Er will damit Flüchtlingen und Einheimischen die Möglichkeit geben, bei Kaffee und Kuchen in zwangloser Runde miteinander ins Gespräch zu kommen. bkh1

Seit Mai stehen jeweils am ersten Samstag im Monat die Türen zum Begegnungscafé offen. "Es ist allmählich angelaufen, erst kamen nur wenige der Flüchtlinge, allmählich wurden es mehr. Im Juli waren dann schon fast 30 Leute hier", reflektiert Vorstandsmitglied Gerd Kaufmann die Resonanz. Allerdings seien die Luckauer noch zurückhaltend. "Die meisten gehören zum Verein oder unterstützen unsere Arbeit schon länger."

Am Samstagnachmittag kommt Tameen Abu Nabbout mit seinem Schwager Yasser und Cousin Adnan Alnizami. Die drei Syrer haben Kokoskuchen mitgebracht. "Wir sind zum ersten Mal hier, wollen uns mal umschauen", erzählt Tameen Abu Nabbout, der aus der kleinen Stadt Daraa südlich von Damaskus stammt. Bisher sei es ihm nicht möglich gewesen, weil er immer zum Deutschkurs in Lübben war. Das hat sich aber ausgezahlt, denn so klappt es mit der Unterhaltung schon gut. "Hochdeutsch ist leicht zu verstehen, aber bei einem Dialekt wird es schwer", berichtet er über seine Erfahrungen. Er wohne in der Berliner Straße und hoffe, dass er seine Frau bald nach Luckau holen kann.

Hanad Mohammad ist zum zweiten Mal ins Begegnungscafé gekommen. Dem Somalier aus Aden gefällt die Idee. "So kann ich andere Kulturen kennenlernen und ich spreche auch gern mit anderen Menschen", sagt der 21-Jährige, der Arabisch, Somali und Englisch spricht. Er sei im Juni nach Deutschland gekommen und wolle demnächst die deutsche Sprache lernen, denn er interessiere sich sehr für Historisches, schaue sich entsprechende Filme an und lese gern Bücher zum Thema. Gern würde er auch in "in einem Club Fußball spielen." Etwas zurückhaltend sitzt Intsar Abdella auf der Couch, denn sie versteht noch nicht viele deutsche Worte. Tochter Waad Osman übernimmt das Dolmetschen. Die Neunjährige besucht ab September die 4. Klasse in der Luckauer Grundschule. Die Atmosphäre gefällt der Frau aus Eritrea gut.

Auch Gerd Kaufmann wünscht sich, dass noch mehr Luckauer diese Möglichkeit zur Begegnung mit den Menschen aus anderen Kulturen nutzen. "Wer mal wissen will, wer als Flüchtling hier in Luckau wohnt, ist herzlich eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen." Das nächste Begegnungscafé findet am 2. September von 15 bis 17 Uhr in der Theaterloge Luckau statt.