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| 01:04 Uhr

Behörden sind beim Schulstreit nur in der Beobachterrolle

Heideblick.. Wie auch immer sich die politische Diskussion in der Gemeindevertretung entwickelt: Allein die Abgeordneten entscheiden, ob es einen Umzug der Grundschule von Walddrehna nach Langengrassau geben wird. Die Schulbehörden sind nur in der Beobachterrolle. Tilo Winkler



Kreis hat keinen Einfluss
Einen gewollten „Umzug im Ort“ könne von außen niemand beeinflussen, stellt Joachim Harder, Leiter des Amtes für Schulverwaltung und Kultur beim Landkreis Dahme-Spreewald, klar - es sei denn, die neuen Räumlichkeiten entsprächen nicht den baulichen Erfordernissen. „Die Gemeinde kann bestimmen, wo der Schulstandort sein soll. Ein Umzug unterliegt keinem Genehmigungsverfahren.“ Der Kreis als Träger der Schülerbeförderung könne einen Wechsel auch dann nicht verhindern, wenn es dadurch eventuell zu erhöhten Fahrtkosten kommen sollte, so Harder.
Wie die betroffenen Eltern reagieren würden, stehe indes auf einem anderen Blatt. Von möglichen öffentlichen Protesten einmal abgesehen, gebe es durchaus Möglichkeiten, dass Eltern ihre Kinder dann an einem anderen Standort, zum Beispiel Luckau, beschulen lassen. „Wenn die Eltern diesen Wunsch gut begründen können“ , seien solche Ausnahmen durchaus denkbar.
Auch beim Staatlichen Schulamt Wünsdorf lehnt man sich zurück: Leiter Ulrich Viets sieht die politische Diskussion „gelassen“ . In seinem Haus werde sowieso nur noch von der „Grundschule Gemeinde Heideblick“ gesprochen. Der Standort sei eine reine „Organisations-Entscheidung der Kommune auf der Grundlage der ihr zugänglichen Informationen“ . Die Gemeinde müsse im Haushalt eben ausreichend Geld einplanen, um etwaige Renovierungsarbeiten in Langengrassau ausführen zu lassen, ergänzt Joachim Harder.

Debatte zuletzt im Ausschuss
Ein Umzug müsste dem Staatlichen Schulamt letztendlich nur angezeigt werden, so Ulrich Viets. „Wir überprüfen dann zum Beispiel, ob das neue Gebäude ausreichend Platz bietet und eine Beschulung in vernünftiger Qualität möglich ist.“ Aber im Fall Heideblick gebe es auch in diesem Punkt „keinen Grund, besonders scharf hinzugucken“ . Schließlich handelt es sich beim Gebäude in Langengrassau um ein Schulhaus. „Die Lehrer folgen der Entscheidung.“
Die Debatte um den Schulstandort war zuletzt in der Dezember-Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde Heideblick geführt worden. Die Fraktion der freien Wählergruppen hatte erneut den Antrag gestellt, die Grundschule nach Langengrassau zu verlegen, sie erntete damit heftige Kritik aus den Reihen der CDU/FDP-Fraktion. Ein erster Mehrheitsbeschluss pro Standortwechsel hatte im Januar 2004 zu Protesten der Gegner geführt und war letztendlich wegen Formfehlern von der Kommunalaufsicht beanstandet worden. Die Ortsbeiräte hätten vor einer Abstimmung befragt werden müssen (RUNDSCHAU berichtete).
Der Gedanke, die Grundschule am ehemaligen Gesamtschulstandort anzusiedeln, ist bereits 2002 im kreislichen Schulentwicklungsplan aufgenommen worden. Darin heißt es, es gebe das Ziel, „langfristig die Beschulung der Grundschüler in Langengrassau am Sitz der Verwaltung in der auslaufenden Gesamtschule durchzuführen“ . In Walddrehna solle nur noch „für einen beschränkten Zeitraum“ unterrichtet werden. Diese Aussagen hatten die bis heute anhaltende emotionale Debatte ausgelöst.

„Kein Zwang-Instrument“
Ein Schulentwicklungsplan sei aber „kein Instrument zum Zwingen“ , schränkt Schulverwaltungsamtsleiter Joachim Harder die Bedeutung der darin getroffenen Aussage ein. Das Papier habe eine Gültigkeit von fünf Jahren und werde fortgeschrieben. Die in der Gemeindevertretung Heideblick zu treffende Entscheidung sei „sehr schwierig“ , schätzt Joachim Harder ein.