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| 14:15 Uhr

Gießmannsdorf
Behörde sagt Nein zu 30km/h in Gießmannsdorfer Kurve

Gießmannsdorf. Verkehrssituation bleibt ein heißes Thema im Ort.

„Niederschmetternd“ nennt Ortsbeiratsmitglied Uwe Vogt Post von der Kreisverwaltung, die den Gießmannsdorfern vor Ostern ins Haus geflattert ist. Darin lehnt die Straßenverkehrsbehörde Dahme-Spreewald für den Kreuzungsbereich B 96/Lindenallee eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung für alle Fahrzeuge auf Tempo 30 ab. Vor gut einem Jahr hatten die Einwohner mit einer Unterschriftenaktion Abhilfe für die Situation in der steilen Kurve gefordert. Wegen einer Formalie (es war von den Unterzeichnenden kein Vertreter bestimmt worden) landete der Antrag vorerst auf der langen Bank. Nach gut einem Jahr nun kommt das Nein.

Ihre Forderung hatten mehr als 40 Bürger bei einem Termin mit der RUNDSCHAU vormals so begründet: Passanten aus der westlichen Lindenallee sehen die Fahrzeuge, die sich auf der Bundesstraße aus Richtung Golßen nähern, erst auf den letzten Drücker. Den Kraftfahrern geht es umgekehrt ebenso. Laut Uwe Vogt ist aus der westlichen Lindenallee die Kurve nur 20 bis 25 Meter einsehbar. Selbst bei nur leicht erhöhter Geschwindigkeit sei der Bremsweg im Gefahrenfall länger. Zudem seien von gezählten Fahrzeugen 85 Prozent zu schnell gewesen.

Die Straßenverkehrsbehörde erkennt laut Ablehnungsbescheid in dem Kurvenbereich keine besondere Gefahr, die über das normale Maß hinausgeht. Angeführt werden eigene Messungen, so unter anderem aus dem Mai 2016, wonach die Durchschnittsgeschwindigkeit nur leicht über erlaubten 50 Stundenkilometern lag.

Die Bürger bekagten auch das wachsende Verkehrsaufkommen. Die Behörde hingegen spricht von rund 2500 gezählten Autos auf der Bundesstraße in Gießmannsdorf. Das sei ein Viertel gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt.

  Parallel zur Entschärfung der Situation in der Kurve kämpft die Kita „Waldwichtel“ seit 2017 um eine Geschwindigkeitsreduzierung vor der Einrichtung. Anlass war die Novellierung der Straßenverkehrsordnung, mit der die rechtlichen Hürden für eine Begrenzung der Geschwindigkeit vor sensiblen Bereichen erheblich gesenkt wurden. Gießmannsdorf liefert sich seither ein Tauziehen mit dem Kreis, inwieweit das für die „Waldwichtel“ zum Tragen kommt (die RUNDSCHAU berichtete). Das Straßenverkehrsamt beruft sich auf einen Kompromiss, wonach seit dem Vorjahr eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw von 6 bis 17 Uhr gilt. Mit dieser Lösung „konnten sowohl die Interessen der Kita-Kinder als auch die Interessen der Gießmannsdorfer Anwohner befriedigt werden.“ Die sehen das anders. Die Verkehrssituation wird Thema beim nächsten RUNDSCHAU-Stammtisch am 19. April in Gießmannsdorf sein.