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| 02:45 Uhr

Begeistert von der Heimatstadt Luckau

Die Stadtführerinnen Martina Werner, Dora Grünke, Lieselotte Niepraschk und Carola Pfirschke (v.l.) bereiten sich auf das Reformationsjahr 2017 vor. Auch in Luckau veränderten sich mit Luthers Thesenanschlag von 1517 die konfessionellen und gesellschaftlichen Verhältnisse.
Die Stadtführerinnen Martina Werner, Dora Grünke, Lieselotte Niepraschk und Carola Pfirschke (v.l.) bereiten sich auf das Reformationsjahr 2017 vor. Auch in Luckau veränderten sich mit Luthers Thesenanschlag von 1517 die konfessionellen und gesellschaftlichen Verhältnisse. FOTO: Hoberg
Luckau. Wer Luckau näher kennenlernen will, kann das auf eigene Faust tun – oder sich kompetente Begleitung suchen. Über den Tourismusverband Niederlausitzer Land werden Führungen angeboten. Zu den langjährigen Stadtführern gehören Lieselotte Niepraschk, Dora Grünke, Martina Werner und Carola Pfirschke. Ingrid Hoberg

Die Reformation und ihre Auswirkungen sind bis in die heutige Zeit in Luckau zu spüren. Es gab nicht nur einen Konfessionswechsel. Mit der Auflösung des Klosters gingen Grundstücke und Gebäude an die Stadt über, die mit der Nachnutzung und Pflege große Aufgaben zu bewältigen hat. Auch wenn Martin Luther nie Luckauer Boden betrat, bereiten sich die Stadtführerinnen auf das Jubiläum "500 Jahre Reformation" im nächsten Jahr bereits gründlich vor.

Die zweitürmige Nikolaikirche, die Luckau überragt, gehört immer zu den Stadtführungen. "Die Kirche kommt bei mir zum Schluss", sagt Martina Werner. Das von außen und innen gleichermaßen beeindruckende Bauwerk ist dann noch einmal ein besonderer Glanzpunkt zum Abschluss.

Überhaupt sind Besucher erstaunt, was Luckau zu bieten hat. An die Landesgartenschau 2000 kann sich mancher noch erinnern. Und auf dem Laga-Parkplatz werden die meisten Gäste dann auch in Empfang genommen. Reisegruppen kommen mit Busunternehmen überwiegend im Juni und dann wieder nach dem Ende der Sommerferien, so die Erfahrung der Gästeführer.

Der Marktplatz, der Hausmannsturm mit Georgenkapelle, das Rathaus und die Kulturkirche gehören zu den Punkten, die auf jeden Fall in einen Stadtrundgang gehören - und natürlich die Stadtmauer mit dem Park am Stadtgraben und mit dem Napoleonhäuschen, das 2015 saniert wurde. Auch der Rote Turm, für den gerade an Schal und Mütze gestrickt wird, ist ein Blickfang - auch ohne diese Accessoires. Rund anderthalb Stunden dauert eine Führung meist, doch die Gästeführer stellen sich auf die Wünsche der Gruppen ein. So gibt es eine Runde durch die Stadt für alle, die nicht so gut zu Fuß sind oder sich lieber noch ins Café setzen und das Leben der Kleinstadt genießen wollen. Bei größeren Reisegruppen, die mit dem Bus nach Luckau kommen, stehen jeweils zwei Gästeführer zur Verfügung.

Einen wunderbaren Blick auf die Stadt bietet der Hausmannsturm. Mehr als 100 Stufen führen in die Höhe. "Die genaue Stufenzahl darf jeder selbst zählen", empfiehlt Lieselotte Niepraschk Besuchern. Sie geht auch auf Keller-Tour, wenn der Wunsch dazu geäußert wird. Das sei sehr interessant. Für Carola Pfirschke ist der Hausmannsturm gerade bei Regen eine Alternative. "Man sieht die mittelalterliche Stadt von oben, den Straßenverlauf, die Stadtmauer", sagt sie.

Die Gästeführer bereiten sich auf jede Führung individuell vor. In diesem Jahr sind die Spektrale-Rundgänge ein besonderes Angebot. "Das ist auch etwas für Schulklassen - beispielsweise im Kunstunterricht", erklärt Martina Werner.

"Wir vier sind dabeigeblieben von 50 Gästeführern, die 1999 in Vorbereitung auf die Laga geschult wurden", berichtet Dora Grünke. Seit 16 Jahren füllen sie nun dieses Ehrenamt aus, für das es eine kleine Aufwandsentschädigung gibt. Über den Tourismusverband werden die Anfragen von Busunternehmen und anderen Besuchergruppen an die Stadtführer weitergegeben. Gern geben sie auch Tipps weiter, welche Ausflüge sich noch in der Region lohnen.

Jeder gestaltet die Rundgänge individuell, hat Geschichten und Anekdoten aus eigenem Erleben zu erzählen. Das ist der Vorteil, dass sie alle in und mit Luckau leben - und das schon über viele Jahre. "Bei uns gibt es keine Tonbandführungen!", betont Carola Pfirschke, die neben ihrer Arbeit gern einmal eine Gruppe übernimmt. "Man bekommt ja auch etwas von den Gästen zurück, die einen anderen Blick haben und oft begeistert von unserer kleinen Stadt sind", sagt sie.

Zum Thema:
Stadtführungen in Luckau können über die Touristinformation des Tourismusverbands Niederlausitzer Land gebucht werden. Die Information in der Nonnengasse 1 ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Unter Telefon 03544 3050 können Führungen angemeldet werden.Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten www.luckau.de und www.niederlausitz.com .