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Beesdau wird zur Großbaustelle

Die Straße der Einheit in Beesdau ist wegen Absenkungen bereits halbseitig gesperrt, es gilt ein Tempolimit.
Die Straße der Einheit in Beesdau ist wegen Absenkungen bereits halbseitig gesperrt, es gilt ein Tempolimit. FOTO: dfh
Beesdau. In Beesdau (Gemeinde Heideblick) wird es in den kommenden Wochen laut, und Anwohner müssen mit Einschränkungen rechnen: Grund dafür sind umfangreiche Bauarbeiten an Straßen und Abwasserleitungen im Auftrag des Bergbausanierers Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Dazu ist eine mehrmonatige Vollsperrung des Dorfes notwendig (siehe Grafik). Daniel Friedrich

Um für Anlieger, die Post sowie Pflege- und Rettungsdienste dennoch erreichbar zu sein, werden ab kommendem Montag Baustraßen eingerichtet: Der Schwarze Weg wird parallel zur Straße der Einheit ertüchtigt sowie ein provisorischer Weg neben der Schulstraße eingerichtet. In Höhe des Abzweigs nach Wanninchen entsteht eine vorübergehende Bushalte- und Wendestelle. Die Bewohner der Schulstraße bekommen zudem einen Ersatzneubau ihrer Trinkwasserleitung. Auch schaut sich ein Gutachter im Dorf um, der bestehende Gebäudeschäden aufnimmt. Am 11. März rücken vier Baukolonnen an, ab diesem Zeitpunkt ist das Dorf komplett gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird über Freesdorf, Frankendorf und Görlsdorf umgeleitet. Die Bauarbeiten beginnen im nördlichen Dorfbereich und bewegen sich gen Süden. Zunächst werden die Schulstraße sowie die Straße der Einheit gebaut. Archäologen begleiten die Arbeiten. Ab Mai ist der Ausbau der Straße der Freundschaft geplant. Sie soll auch eine neue Beleuchtung erhalten. An sechs Wochentagen sind die Bauarbeiter von sechs bis 18 Uhr am Werk. Dadurch sollen die Maßnahmen bis Ende September 2017 abgeschlossen sein - rund einen Monat später als ursprünglich geplant.

Für die Bauarbeiten verantwortlich zeichnet das Planungsbüro Voigt-Ingenieure. Bauausführende Firmen sind die Unternehmen Matthäi aus Großräschen sowie Jung aus Lübben. Beide haben sich für den Zeitraum der Bauarbeiten zur Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Beesdau zusammengeschlossen. Wie die Baufirmen mitteilen, werden Fahrbahnen und Gehwege grunderneuert. Dies schließe auch die Hofzufahrten mit ein. Die Straßen hatten sich teilweise abgesenkt - eine Folge des nach dem Ende des Bergbaus wieder ansteigenden Grundwassers. Geplant ist auch, in allen drei Straßen neue Regen- und Schmutzwasserrohre zu verlegen. In der Schulstraße wird außerdem die alte Trinkwasserleitung ersetzt. Nach Angaben von Andreas Schiemenz (Ingenieurbüro Voigt) steht derzeit die Entscheidung des TAZV noch aus, ob im Rahmen der Baumaßnahmen auch Hausanschlüsse aus Stahl und Asbest ausgetauscht werden sollen.

Laut Bauplanern werden die neuen Straßen so angelegt, dass künftig kein Wasser mehr aufsteigen kann. Regenwasser fließe von der Fahrbahn in Rinnen, von wo aus es in Gullys abgeleitet wird. Die Straße der Freundschaft und die Schulstraße erhalten eine Mischverkehrsfläche, die aus einem 1,50 Meter breiten gepflasterten Streifen und einer drei Meter breiten Fahrbahn besteht. In die Mitte kommt eine Abflussrinne. Die Straße der Einheit als Kreisstraße erhält eine fünf Meter breite, asphaltierte Fahrbahn. Sie ist bislang aufgrund von Absenkungen halbseitig gesperrt, es darf nur 30 km/h gefahren werden. Die Straßenränder der Straße der Einheit sollen durch eine Abflussrinne und einen Betonbordstein abgeschlossen werden.

Die LMBV hat Steuermittel zur "Gefahrenabwehr infolge Grundwasserwiederanstiegs" bewilligt bekommen. Die Kosten für die Sanierung von Straßen und Kanälen belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro. Ein Viertel der Kosten trägt die Gemeinde Heideblick, elf Prozent der Landkreis.