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| 14:18 Uhr

Hundertstel Sekunden entscheiden
Gehren und Klein Radden vorn

Augen zu und durch! Diese Feuerwehrfrau drückt den Saugschlauch mit vollem Körpereinsatz ins Wasserbecken. Feuerwehrsportler haben sich zum  zweiten Lauf des Brandenburg-Cups am Samstag in Gehren getroffen.
Augen zu und durch! Diese Feuerwehrfrau drückt den Saugschlauch mit vollem Körpereinsatz ins Wasserbecken. Feuerwehrsportler haben sich zum zweiten Lauf des Brandenburg-Cups am Samstag in Gehren getroffen. FOTO: Andreas Staindl
Gehren. Super Leistungen beim zweiten Lauf des Brandenburg-Cups der Feuerwehren in Gehren.

Feuerwehrsport auf hohem Niveau wurde am Samstagnachmittag im Waldstadion in Gehren (Heideblick) geboten. Die schnellsten Feuerwehrfrauen und -männer landesweit kämpften dort im Löschangriff nass um Punkte für den Brandenburg (BB)-Cup 2018. Die Frauen aus Gehren und die Männer aus Klein Radden (Stadt Lübbenau) setzten sich am Ende durch.

Bei den Männern entschieden Hundertstelsekunden über den Sieg. Die drei Erstplatzierten - Klein Radden (20,72 Sekunden), Zella (20,77) und Team MOL (20,79) - waren nur Bruchteile einer Sekunde voneinander getrennt.

Etwas souveräner setzten sich die Frauen aus Gehren (25,19) durch. Sie gewannen vor Groß Lübbenau (25,58) und Schwanebeck (26,67).

Das Leistungsniveau im BB-Cup ist sehr hoch. Sieben der acht Frauenmannschaften blieben unter 30 Sekunden. Die 13 Männermannschaften benötigten allesamt weniger als 25,6 Sekunden. „Das Niveau ist sehr ausgeglichen“, sagt Thomas Seide, Gemeindewehrführer der Gemeinde Heideblick. „Kleinigkeiten entscheiden über Sieg und Platzierung. Deshalb arbeiten die einzelnen Teams ständig daran, die Abläufe zu optimieren.“

Das Tüfteln lohnt sich offenbar; selbst Zeiten unter 20 Sekunden wurden bei den Männern schon erreicht. Dabei ist der Löschangriff nass durchaus mit einem 100-Meter-Lauf zu vergleichen - zumindest von der Distanz her, nur dass die Feuerwehrsportler zusätzlich Schläuche kuppeln und in hoher Geschwindigkeit tragen sowie dann auch noch  mit dem Wasserstrahl die Zieleinrichtung möglichst perfekt treffen müssen. Ohne harmonisches Zusammenspiel ist ein Team chancenlos, ohne richtig schnelle Läufer sowieso.

80 Meter sprinten die Frauen und Männer mit der Spritze über die Wiese so schnell, als gehe es um den Sieg in einem Leichtathletikwettkampf. Entsprechend konsequent bereiten sich die Teilnehmer auch vor. Ihre Fitness und das exzellente Material wie die Hochleistungspumpen, die Spezialschläuche, Kupplungen und Spritzen machen die schnellen Zeiten erst möglich. Die einzelnen Teams investieren viel Geld in ihren Sport. „Ohne Sponsoren wäre das nicht möglich“, sagt Ronny Miether, der die Frauen aus Schlepzig (Unterspreewald) trainiert. „Der Brandenburg-Cup ist ein Wettbewerb für Ehrgeizige, für Kameradinnen und Kameraden, die nach Höchstleistungen streben. Es ist aber auch wie ein großes Familientreffen.“ Seine Mannschaft wurde am Samstag Fünfter.

Der Feuerwehrverein Gehren hatte den Wettkampf ausgerichtet. „Feuerwehrsport hat eine lange Tradition in unserem Ort, fördert den Kontakt zu anderen Wehren und macht großen Spaß“, sagt der Vereinsvorsitzende Michael März. „Zudem ist die Freiwillige Feuerwehr einer der gesellschaftlichen Motoren in unserem Dorf.“

Die Pflege der Kameradschaft ist auch für Thomas Seide ein wichtiges Argument für den Feuerwehrsport. „Und wer intensiv für Wettkämpfe trainiert, ist auch fit für ernste Einsätze. Schnelligkeit sowie schnelle Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit entscheiden über Leben und Tod. Deshalb gehören unsere Feuerwehrsportler zu den Leistungsträgern der aktiven Wehr. Ihr Sport ist auch ein Ausgleich zu ihrer eigentlichen Aufgabe“, sagt der Gemeindebrandmeister. Der Wettkampf  in Gehren war der zweite von  vier Läufen des Brandenburg-Cups.