ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:28 Uhr

Aufreger
Baustopp am Problem-Wohnblock in der Kollwitzstraße in Luckau

 Die Arbeiten am Wohnblock in der Kollwitzstraße ruhen. Die Rüstung ist wieder abgebaut. Wann es weitergeht, ist offen.
Die Arbeiten am Wohnblock in der Kollwitzstraße ruhen. Die Rüstung ist wieder abgebaut. Wann es weitergeht, ist offen. FOTO: LR / Carmen Berg
Der Wohnblock an der Käthe-Kollwitz- Straße 8 in Luckau soll saniert werden. Doch der Bau wird gebremst vom Erbe der Vergangenheit. Die Arbeiten ruhen. Von Carmen Berg

Der Block mit vormals 28 Wohnungen in vier Aufgängen ist  der letzte des ehemaligen VEB Bau in der Luckaer Gartenstadt. „Obwohl erst 1988 fertig geworden, war die Substanz viel schlechter als in den Blöcken aus den 1970er Jahren“, erklärt Bärbel Kohlstock, Geschäftsführerin der Luckauer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft.  Das war ein Grund, warum die Gesellschaft die Platte zunächst nicht sanierte,  sondern auf die Abrissliste setzte. Wegen seiner günstigen Lage bekam der Bau dann schließlich aber doch  eine zweite Chance.

Aus den 28 Wohnungen in vier Aufgängen sollen nach der Komplettkur insgesamt 18 moderne Drei- und Zwei-Raum-Wohnungen mit Fußbodenheizung und Balkonen werden. Die vier alten Treppenhäuser werden zurückgebaut und durch zwei neue Eingänge ersetzt, jeder mit Aufzug, beschreibt Bärbel Kohlstock das Vorhaben.

 Das Baustellenschild steht noch. Darauf ist zu sehen, wie die alte Platte nach einer Komplettkur aussehen soll.
Das Baustellenschild steht noch. Darauf ist zu sehen, wie die alte Platte nach einer Komplettkur aussehen soll. FOTO: LR / Carmen Berg

Noch Ende vergangenen Jahres herrschte auf der Baustelle  ordentlich Betrieb. Das alte Spitzdach wurde abgetragen, das Gebäude im Inneren entkernt und winterfest gemacht. Der Innenausbau sollte während der kalten Jahreszeit  fortgesetzt werden, so die  Absicht. Doch die alte Platte offenbarte Tücken, die den Bauherren zu schaffen machen.

Erfolgreich behoben seien inzwischen Probleme mit den Fundamenten, so die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft. Probebohrungen hatten in Breiten und Tiefen teils Abweichungen von den damaligen Planunterlagen gezeigt. „In einem Spezialverfahren wurden die Fundamente komplett verstärkt“, so Bärbel Kohlstock.

Aber der nächste noch dickere  Brocken wartete schon. Bärbel Kohlstock: „Bei den Abrissarbeiten für die Neuerrichtung des Treppenhauses einschließlich Aufzug wurden Mängel an der Standsicherheit des Gebäudes festgestellt.“ Die Bauausführung zu DDR-Zeiten sei nicht entsprechend der Planungsunterlagen erfolgt, umschreibt sie diplomatisch, was man deutlicher wohl Pfusch nennen könnte. Wie die Geschäftsführerin ausführt, wurden „teilweise keine Ringankerstäbe eingebaut, und die geplante Deckenbewehrung ist nicht oder nur teilweise vorhanden“.

Bärbel Kohlstock zufolge müssen alle Decken vom Erdgeschoss bis zur zweiten Etage aufwändig mit Profilstahl stabilisiert und Verbindungsverankerungen von Decken und Wänden hergestellt werden. Dazu seien neue statische Berechnungen nötig, die noch andauern. Erst nach Abschluss stehe fest, welcher Mehraufwand im Detail sowohl baulich als auch finanziell auf die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft zukommt, so die Geschäftsführerin.

Bislang belaufen sich die Kosten für die Investition einschließlich der erfolgten Fundamentsanierung der Chefin zufolge auf rund vier Millionen Euro. Die Finanzierung wird ohne Förderhilfe gestemmt. Nach wie vor sei es das Bestreben von Wohnungsbaugesellschaft und Aufsichtsrat, den Wohnblock in die Kur zu nehmen, sagt Bärbel Kohlstock. Wohnraum in der Innenstadt sei begehrt. Alle Wohnungen, die die Gesellschaft dort saniert oder neu geschaffen hat, seien vermietet, erst jüngst sechs Wohnungen an der Langen Straße 12. „Der Block an der Kollwitzstraße hat Einkaufsmöglichkeiten, Schule und Hort, das Krankenhaus und Ärzte in der Nähe“, nennt die Geschäftsführerin Vorteile.

Ende 2019, wie ursprünglich mal gedacht, wird das Gebäude nicht bezugsfertig sein. Ein Termin ist offen.