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| 02:41 Uhr

Bauleute bei den "Waldwichteln"

Gießmannsdorf. In der Kita "Waldwichtel" im Luckauer Ortsteil Gießmannsdorf sind noch bis März die Handwerker. Insgesamt 167 000 Euro werden in größere Sicherheit und mehr Platz für die Kinder investiert. Carmen Berg

24 Jungen und Mädchen betreuen Kita-Leiterin Sylvia-Kathrin Karche und ihr Team. Mitte Februar werden drei Flüchtlingskinder aus Luckau erwartet. Baugeräusche aus einer leeren Nachbarwohnung klingen in der Kita wie Musik. Bedeuten sie doch bald mehr Platz und mehr Sicherheit für die Jüngsten. "Lange haben wir uns das gewünscht", so die Kita-Leiterin.

Bisher verteilen sich die Kita-Räume über drei Etagen. Zum Mittagsschlaf mussten die Steppkes unters Dach. "Der Raum ist im Winter nicht warm zu bekommen", sagt Sylvia-Kathrin Karche. Sie zeigt eine gefährlich steile Treppe zu den Garderoben im Keller. Um einen Rettungsweg zu sichern, hatten sie vom Flur dorthin verlagert werden müssen.

Abhilfe tut not. Eine Komplettsanierung, die auch Dach, Fassade und Heizung einschließen sollte, scheiterte am Fördergeld. Die Lösung kam, als nebenan eine Wohnung frei wurde, die für die Kita mitgenutzt werden kann. Dort brechen derzeit die Handwerker Wände durch, verändern Fenster und Türen, um den Brandschutz zu gewährleisten. Alle Kita-Räume liegen künftig zu ebener Erde. Aus zwei Gruppenräumen im Parterre werden sechs. Vorgesehen seien unter anderem Räume für die Bewegung und für kleine Forscher sowie eine neue Küche mit kleiner Kinderküche, in der sich die Jüngsten ausprobieren können. Das Bad der Wohnung wird zum Kinder-WC mit einem Waschbecken, das sich auch für Papier- und Wasserspiele eigne, erzählt die Kita-Leiterin. In die Gesamtinvestition von 167 000 Euro fließen laut Verwaltung 123 000 Euro aus Infrastrukturmitteln für finanzschwache Kommunen ein.

Wenngleich die Bauzeit Einschränkungen bringe, so mache sie den Alltag auch spannend. "Die Kinder raten zum Beispiel, welche Geräusche zu welchen Arbeiten gehören", sagt die Chefin. Sie lobt die Rücksicht der Bauleute, die in die Zeit der Mittagsruhe nur leise Arbeiten legen.

Den Einzug in ein neues "Nest" haben die "Parkspatzen" in Görlsdorf schon hinter sich. In dem Luckauer Ortsteil war 2014 mit Förderhilfe für insgesamt 278 000 Euro ein Anbau bezugsfertig geworden. Zuvor mussten die Kinder für Bewegungs- und Kreativangebote in einen feuchten Keller. Jetzt rücken in Görlsdorf erneut die Bauleute an. 110 000 Euro steckt die Stadt in die Modernisierung des Altbaus und rundet so das Gesamtvorhaben ab. 99 000 Euro davon kommen aus dem Fonds für finanzschwache Kommunen.

Rund 1,1 Millionen Euro soll ein Ersatzneubau für die marode Kita in Kaden kosten, der in Duben entstehen soll. Von Stadtseite sind laut Bauamtsleiter Michael Krüger die Vorbereitungen weit gediehen. Der Standort, so Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) könnte auch attraktiv für berufstätige Eltern sein, die den Pendler-Parkplatz in Duben nutzen. Zwei Mal ist beim Spreewaldverein ein Antrag auf Leader-Förderung aber bereits gescheitert und jetzt im dritten Anlauf. "Ohne finanzielle Unterstützung ist das Vorhaben nicht realisierbar", erklärt Luckaus Kämmerer Thomas Rohr.

Laut Rathaus sind Luckaus kommunale Kitas insgesamt zu 87 Prozent ausgelastet. In der Kernstadt seien die Kapazitäten fast ausgereizt. Von der für Monatsmitte angekündigten Aufnahme von insgesamt zwölf Flüchtlingskindern profitieren Landkitas, die noch Reserven haben, so Verwaltungsmitarbeiterin Yvette Poser unlängst vor dem Schul- und Sozialausschuss.