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| 18:35 Uhr

25. Verbandstag des Südbrandenburger Bauernverbandes
Landwirt ist ein cooler Beruf

 Die Junglandwirte Pascal Klinkmüller vom Milchgut in Görlsdorf, Werner Romke von der Agrargenossenschaft in Uckro und Anna Richter (v.re.) vom AWO-Gut in Kemlitz wurden als Berufsbotschafter ausgezeichnet. Carmen Lorenz (Geschäftsführerin des Bauernverbands Südbrandenburg), der Vorsitzende Thomas Goebel und der Agrarminister Jörg Vogelsänger (v.li.) freuen sich mit ihnen.
Die Junglandwirte Pascal Klinkmüller vom Milchgut in Görlsdorf, Werner Romke von der Agrargenossenschaft in Uckro und Anna Richter (v.re.) vom AWO-Gut in Kemlitz wurden als Berufsbotschafter ausgezeichnet. Carmen Lorenz (Geschäftsführerin des Bauernverbands Südbrandenburg), der Vorsitzende Thomas Goebel und der Agrarminister Jörg Vogelsänger (v.li.) freuen sich mit ihnen. FOTO: Andreas Staindl
Luckau. Junglandwirte in Luckau ausgezeichnet. Bauern sprechen über ihre Probleme und ihre Zukunftschancen.

  Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, hat jedoch eine Zukunft. Das wurde während des 25.Verbandstags des Bauernverbands Südbrandenburg am Donnerstag in Luckau deutlich. Etwa 200 Gäste aus Landwirtschaft und Politik waren dabei. Thomas Goebel versuchte erst gar nicht, die Situation der Landräte schönzureden. „Der Alltag der Bäuerinnen und Bauern ist derzeit alles andere als frei von Sorgen“, sagt der Vorsitzende des Bauernverbandes Südbrandenburg. „Das Jahr 2018 mit Dürre und Hitze war eine große Herausforderung für Mensch und Natur, und hat letztendlich zu erheblichen Ertragseinbußen in unseren gesamten Produktionszweigen geführt.“

Goebel zufolge hat das staatliche Dürrehilfsprogramm „nur bedingt geholfen. Es war ein Bürokratiemonster ohnegleichen, zudem gut gewollt, aber schlecht ausgeführt.“ Der Vorsitzende sieht die deutsche Landwirtschaft im Wettbewerbsnachteil mit Erzeugern anderer Länder: „Es ist höchste Zeit, dass der Bund diesen Nachteil abschafft und uns Landwirten den Rücken stärkt. Die unsicheren politischen Rahmenbedingungen belasten alle Bäuerinnen und Bauern.“ Thomas Goebel nahm auch die Landespolitik in die Pflicht. Diese war mit Mitgliedern des Agrarausschusses und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) in Luckau vertreten. Gemeinsam mit Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, und Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbands, diskutierten sie über Tierschutz, Wasserrecht, Düngeverordnung, Digitalisierung und Wolfsmanagement.

Anja Müller-König von der Agrargenossenschaft in Goßmar (Heideblick) kritisierte, dass politische Entscheidungen „immer mehr Bürokratie produziert. Wir brauchen sachliche und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen und keine Lösungen, von denen Politiker glauben, dass diese die richtigen seien.“ Vogelsänger entgegnete ihr: „Wissenschaftler sind auch interessengeleitet, also nicht unabhängig.“ Bernhard Krüsken zufolge fehlt es „an politischem Willen zur Entbürokratisierung“.

Trotz aller Probleme und Herausforderungen: Die Landwirtschaft hat eine Zukunft. Auch deshalb, weil sich junge Leute dafür interessieren, ganz bewusst Landwirt geworden sind und sich nichts Schöneres vorstellen können. Vier von ihnen wurden während des Verbandstags gestern als Berufsbotschafter geehrt. Die Auszeichnung der Junglandwirte war eine Premiere. Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung und Fachkräfteförderung sind neben der Junglandwirte-Arbeit ein wichtiger Schwerpunkt des Bauernverbands Südbrandenburg wie Borjana Dinewa-Zelt, Assistentin der Geschäftsstelle, sagt. „Die vier Ausgezeichneten repräsentieren die nächste Generation an Landwirten.“ Mit einem Image-Film haben die jungen Leute dargestellt, was sie an Landwirtschaft fasziniert. Das Ergebnis: „Der Beruf ist cool. Sie wünschen sich jedoch mehr Anerkennung für ihre Arbeit.“

Thomas Goebel schlägt in die gleiche Kerbe: „Landwirtschaft ist kein Hobby. Man muss auch davon leben können.“ Henrik Wendorff sieht den Bauernverband Südbrandenburg „auf einem guten Weg, auch wenn Landwirte derzeit so wenig investieren wie nie. Das spiegelt ihre derzeitige wirtschaftliche Lage wider.“

Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) hat einen Lösungsansatz: „Wir müssen die Digitalisierung in den ländlichen Regionen vorantreiben und dürfen sie nicht immer als Monster ansehen. Digitalisierung bringt auch einen Mehrwert für die Landwirtschaft“, sagt der Verwaltungschef. „Und wenn der Breitbandausbau endlich flächendeckend realisiert wäre, wären unsere Landwirte schon viel weiter.“ Thomas Goebel bestätigt ihn: „Wir brauchen Netz im Wald, auf dem Acker und im Stall, denn Digitalisierung macht nicht vor der Milchkanne halt.“ Doch auch so gilt für ihn: „Wir Landwirte dürfen uns nicht verstecken, sondern können durchaus selbstbewusst in die Zukunft schauen. Die meisten Menschen in Deutschland schätzen ihre Landwirte.“

 Die Junglandwirte Pascal Klinkmüller vom Milchgut in Görlsdorf, Werner Romke von der Agrargenossenschaft in Uckro und Anna Richter (v.re.) vom AWO-Gut in Kemlitz wurden als Berufsbotschafter ausgezeichnet. Carmen Lorenz (Geschäftsführerin des Bauernverbands Südbrandenburg), der Vorsitzende Thomas Goebel und der Agrarminister Jörg Vogelsänger (v.li.) freuen sich mit ihnen.
Die Junglandwirte Pascal Klinkmüller vom Milchgut in Görlsdorf, Werner Romke von der Agrargenossenschaft in Uckro und Anna Richter (v.re.) vom AWO-Gut in Kemlitz wurden als Berufsbotschafter ausgezeichnet. Carmen Lorenz (Geschäftsführerin des Bauernverbands Südbrandenburg), der Vorsitzende Thomas Goebel und der Agrarminister Jörg Vogelsänger (v.li.) freuen sich mit ihnen. FOTO: Andreas Staindl