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Basisarbeit für den Reiternachwuchs

Schon Kindergartenkinder sitzen sicher im Sattel. Auch sie haben sich dem Publikum während des Reitertags am Sonntag in Wildau-Wentdorf präsentiert.
Schon Kindergartenkinder sitzen sicher im Sattel. Auch sie haben sich dem Publikum während des Reitertags am Sonntag in Wildau-Wentdorf präsentiert. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Wildau-Wentdorf. Der Reitsport in der Region hat eine Zukunft. Zumindest wenn es auch künftig so engagierte Vereine wie den Reit-und Fahrverein Dahmer Land gibt. Andreas Staindl / asd1

Der Verein hatte, nach einjähriger Pause, am Sonntag zum 21. Reitertag in Wildau-Wentdorf (Amt Dahme) eingeladen. Zwar war die Resonanz geringer als während früherer Auflagen, doch unzufrieden war Peter Lehmann nicht. Der Vorsitzende des Gastgebervereins konnte zahlreiche junge Reiterinnen und Reiter von Vereinen in der Region, aber auch aus dem Berliner Umland und der Hauptstadt selbst begrüßen.

Der Nachwuchs liegt ihm am Herzen. Der Vereinschef nennt es "Basisarbeit". Für die Kinder und Jugendlichen vor allem wird der Reitertag organisiert und durchgeführt. "Wir wollen den jungen Leuten die Möglichkeit geben, Wettkampfluft zu schnuppern", sagt Peter Lehmann. "Sie sollen hier ungezwungen ihr Können zeigen, dürfen auch Fehler machen. Wichtig ist, dass sie Spaß am Reiten haben." Die jungen Mitglieder seines Vereins haben offensichtlich Spaß. Nur so ist das wachsende Interesse am Reitunterricht in Wildau-Wentdorf zu erklären. Peter Lehmann und seine Frau Birgit trainieren den Reiternachwuchs im Springen und in der Dressur. Beide Disziplinen und weitere Prüfungen waren auch während des Reitertags zu absolvieren. Teilnehmerinnen der Gastgeber wie etwa Ronja Müller (Dressur) und Pia Görner (Führzügelklasse) konnten sich im Vorderfeld platzieren. Beeindruckend, wie schon Kindergartenkinder sicher im Sattel sitzen, dem Pferd nur mit dem eigenen Körper sagen können, was es tun soll. Der Beifall der Zuschauer war ihnen sicher. Reitertage sind nicht nur für die jungen Reiterinnen und Reiter die ersten Prüfungen unter Wettkampfbedingungen, sondern auch für junge Pferde. Auch sie sollen sich an das Drumherum eines Turniers gewöhnen. Dass nicht alles auf Anhieb klappt, wurde etwa während des Springens auf dem Kreuzparcours deutlich. Während einige wenige Reiter-Pferd-Paare scheinbar mühelos über die Hindernisse sprangen, taten sich andere dagegen schwer. Ein Problem war das nicht. "Der Nachwuchs soll Erfahrungen sammeln", sagt Peter Lehmann. Gelegenheit dazu gab es während verschiedener Wettbewerbe. Michael Stehr vom Pferdesportverein Görlsdorf (Stadt Luckau) hat die Veranstaltung moderiert. Und das fachlich so geschickt, dass auch Besucher, die mit dem Pferdesport weniger vertraut sind, bestens informiert wurden. Renate Sattler gehörte zu den Besuchern der Veranstaltung. "Ich bin sehr froh, dass der Verein den Reitertag erneut durchgeführt hat", sagt die Ortsvorsteherin. "Er ist einer unserer Höhepunkte im geselligen Leben in unserem Dorf. Zudem lockt Pferdesport ein anderes Publikum als etwa zu kulturellen Veranstaltungen. Der Reitertag macht unseren Ort weit über seine Grenzen hinaus bekannt."

Die Bürger honorieren das Engagement des Vereins offenbar. "Es haben auch Leute Kuchen für den Reitertag gebacken, die mit dem Reitsport sonst nichts zu tun haben", erzählt Renate Sattler. Dass es die 21. Auflage überhaupt gab, hat mit der Bereitschaft zahlreicher Helfer zu tun. "Ohne sie wäre die Veranstaltung nicht möglich", sagt Birgit Lehmann. "Der Aufwand für einen Reitertag ist doch ziemlich groß." Allein der Aufbau des Reitplatzes auf einer Fläche der Agrargenossenschaft Wildau-Wentdorf hatte viel Zeit in Anspruch genommen. Wildau-Wentdorf ist seinem Ruf als Pferdedorf am Sonntag erneut gerecht geworden.