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Bahnstreckenausbau geht voran

FOTO: Daniel Friedrich
Golßen. Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke Berlin–Dresden schreiten voran. In diesen Tagen wurden die Signalanlagen von einem Hubschrauber eingehoben. Mancherorts gibt es Verzögerungen. Daniel Friedrich

Fliegende Bahnsignale gibt es zurzeit entlang der in Bau befindlichen Bahnstrecke Berlin- Dresden zu beobachten. Per Hubschrauber wird Signal um Signal an seine endgültige Position gehoben. Zwischen Baruth im Fläming und Hohenleipisch im Elsterland werden in diesen Tagen 145 Anlagen errichtet. Sie sind Teil der modernen und europaweit einheitlichen Leit- und Sicherungstechnik, die ab 2020 auch auf dieser Zugstrecke für einen sicheren Hochgeschwindigkeitsverkehr sorgen soll (Info-Kasten).

Gestartet ist der Helikopter am Dienstag in Baruth. Von dort aus arbeitet er sich entlang der gut 70 Kilometer langen Teilstrecke gen Süden. An mehreren Lagerplätzen nimmt er die über 400 Kilogramm schweren Signale auf und bringt sie den wartenden Arbeitern am Boden zur Montage. Das eigentliche Einheben der Anlagen ist nach rund zwei Minuten erledigt. Die komplette Sperrung der Bahnstrecke macht den Einsatz des Hubschraubers erst möglich. Denn nur so können die Bauteile ohne Behinderung durch den laufenden Zugverkehr an ihren Platz gehoben werden. "Das geschieht auf dem Luftweg deutlich effizienter als auf der Schiene", heißt es von der Bauleitung der Firma Siemens, die für die Elektronik an den Gleisen verantwortlich ist. Das anfängliche Regenwetter habe dem Helikopter dabei keine Probleme bereitet.

Trotz Schwierigkeiten mit dem Baugrund auf einigen Bauabschnitten - Mitte des Monats sackte beispielsweise ein Bagger in torfigem Gelände bei Neuhof nahe Zossen ein - hält die Bahn daran fest, die Strecke zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres wiederzueröffnen. Nach Auskunft von Bahnsprecher Michael Baufeld sei man "durch den kurzen Winter insgesamt gut voran gekommen". Ab Mai sollen im Nordabschnitt (von Baruth bis Uckro) die Schienenschotterung und das Verlegen der neuen Schwellen beginnen. "Allerdings werden einige Straßenbrücken über die Schiene erst nach der Wiederinbetriebnahme im Dezember eröffnet werden, da es bei den Bauarbeiten zu Problemen kam", bestätigt Michael Baufeld. Verzögerungen gibt es nach wie vor etwa an der Brücke über die Eisenbahnstrecke in Drahnsdorf. Sie bleibt jedoch nur bis zum 1. April für den Verkehr gesperrt. Damit besteht auch die großräumige Umleitung für die Landesstraße 71, die durch den Ort führt, weiterhin. Darüber informiert der Landesbetrieb Straßenwesen. Grund für die Verzögerung der Bauarbeiten seien hauptsächlich schlechte Witterungsbedingungen gewesen, die die Asphaltarbeiten verhindert hatten. In der kommenden Woche werden noch Leitplanken aufgebaut und Markierungen aufgetragen. Den ursprünglichen Plänen nach hätte die Brücke bereits Anfang März eröffnet werden sollen.

Aktuelle Informationen zum Stand der Bauarbeiten an der Bahnstrecke stellt die Bahn im Internet zur Verfügung:

www.bauprojekte.deutschebahn.com/berlin-dresden

Zum Thema:
Die Bahnstrecke Berlin - Dresden soll mit dem europäisch einheitlichen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgestattet werden. Mithilfe elektronischer Stellwerke kontrolliert es kontinuierlich Geschwindigkeit und Fahrterlaubnis des Zuges. Wird ein Signal überfahren, bremst der Zug automatisch. Zudem ersetzt das System Signale an der Bahnstrecke, die der Lokführer bei hohen Geschwindigkeiten (über 160 km/h) nicht mehr erkennt. Da sich ETCS derzeit noch in der Entwicklung befindet, wird das System erst 2020 zwischen Berlin und Dresden in Betrieb genommen. Erst dann dürfen die Züge dort mit bis zu 200 km/h fahren.