20 Jahre sind seit der ersten Brandenburger Landesgartenschau in Luckau vergangen. Mit vielfältigen Veranstaltungen soll daran erinnert werden - so jedenfalls war es der Plan, hinter den die Corona-Epidemie nun Fragezeichen setzt. Auf einen besonderen Rückblick dürfen sich die Luckauer aber wohl in jedem Fall freuen. Der bürgeroffene Gewerbeverein „Wir sind Luckau“ bereitet eine Ausstellung von Fotos und Zeitzeugnissen der Gartenschau in den Schaufenstern vieler Geschäfte vor. „Dafür haben die Luckauer schon reichlich Bilder und andere Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt. Weitere sind willkommen, die Exponate sollen von April bis Oktober monatlich wechseln“, sagt Jutta Dzielak vom Vereinsvorstand.

Sie zeigt beispielsweise zwei Alben, in denen Familie Wechsung die Bauarbeiten in ihrer Heimatstadt vor der Laga und später dann die Blütenpracht und Veranstaltungshöhepunkte auf dem Ausstellungsgelände festgehalten hat. „Man spürt, wie die Begeisterung von damals bei vielen Menschen weiterlebt,“ sagt Jutta Dzielak.

Luckauer Laga-Schirm bleibt Hingucker

Ilka Götze etwa spannt noch immer den Laga-Schirm in Form einer Blüte bei Regenwetter auf. Sie habe damals das letzte Exemplar dieses Souvenirs ergattert und werde, wenn sie mit dem Schirm unterwegs ist, von Fremden öfter darauf angesprochen, erzählt sie. Die Seniorin denkt gern an die Gartenschau zurück, die sie im Jahr 2000 wohl mindestens 25 Mal besucht habe. „Ich war später auch bei anderen Gartenschauen, aber die Luckauer war für mich die schönste, weil in der Altstadt alles so überschaubar und gut zu erreichen war“, sagt Ilka Götze.

Jacke bei Landesgartenschau in Luckau gespendet

Edith Vetter gehörte zu den mehr als 50 Gästeführern, die für die Landesgartenschau ausgebildet wurden. „Es war meine schönste Aufgabe“, schwärmt sie. Viele persönliche Erinnerungsstücke hat sie aufgehoben, die sie für die Ausstellung zur Verfügung stellt. Eine Fotomontage gehört dazu, die eine begeisterte Laga-Besucherin aus Strausberg ihr als Dankeschön nach einer Führung schenkte. Außerdem bringt Edith Vetter die rote Jacke samt Blütenschal, die die Gästeführer trugen, in der Geschäftsstelle des Gewerbevereins vorbei. Die attraktive Uniform war ihr zu verdanken. „Wir sollten aus Kostengründen insgesamt nur zehn Jacken bekommen und sie untereinander tauschen. Das und die Farbe Dunkelblau für den Sommer haben mir nicht gefallen“, erzählt die Luckauerin. Sie spendete 1000 D-Mark, von diesem Geld konnte jeder Gästeführer mit eigener, farbenfroher Dienstkleidung ausgestattet werden.

Laga-Fahnen sollen an markanten Ort in Luckau

Vor dem Müllsack gerettet und 20 Jahre auf dem Boden aufbewahrt hat Edith Vetter zwei originale Laga-Fahnen. Den teils verschlissenen Stoff nähte sie jetzt vorsichtig wieder zusammen und befestigte Sonnenblumen-Blüten neu mit Nadel und Faden darauf. „Drei Tage Arbeit von morgens bis abends“, beschreibt sie die Herausforderung. Die Fahnen sollen in der Jubiläums-Saison an einem markanten Ort in der Stadt zu sehen sein, kündigt Jutta Dzielak an.

Nach 20 Jahren wird Edith Vetter nun auch dem Gartenschau-Förderverein beitreten. In der Gründungszeit habe sich das nicht ergeben. „Doch damals war der Verein mit 186 Mitgliedern noch stark. Heute, wo es nur noch die Hälfte sind, wird jede Hilfe gebraucht“, begründet sie ihren Entschluss. Edith Vetter freut sich darüber, dass die Parkanlagen noch so gut erhalten sind. 100 Euro im Jahr wolle sie spenden, damit das so bleibt.

Jutta Dzielak lädt ein, weiter nach Laga-Fotos und -Fundstücken zu kramen. Sie können an der Hauptstraße 9 abgegeben werden. Jeder bekomme seine Exponate zurück.