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Ausbildung
Berufliche Zukunft in der Region finden

Während der 6. Ausbildungsmesse an der Oberschule Dahme konnten sich künftige Schulabgängeran vielen Ständen aus erster Hand über die betriebliche Ausbildung  erkundigen. Am Stand des Klinkums Dahme Spreewald informierte sich Leon Max-Pacal Huxol bei Prasisanleiterin Sylvia Paulick (2.und 3. vl.).
Während der 6. Ausbildungsmesse an der Oberschule Dahme konnten sich künftige Schulabgängeran vielen Ständen aus erster Hand über die betriebliche Ausbildung erkundigen. Am Stand des Klinkums Dahme Spreewald informierte sich Leon Max-Pacal Huxol bei Prasisanleiterin Sylvia Paulick (2.und 3. vl.). FOTO: Birgit Keilbach / Keilbach Birgit
Dahme .  Oberschule Dahme bringt Schüler und Betriebe zusammen und erhält dafür eine IHK-Auszeichnung. Von Birgit Keilbach

Jährlich veranstaltet die Oberschule „Otto Unverdorben“ in der Flämingstadt in ihrer Turnhalle eine Ausbildungsmesse. In diesem Jahr erlebte sie ihre sechste Auflage und Rekordbeteiligung. 70 Unternehmen aus der Region hatte Schulleiter Henri Kuhl eingeladen. „39 sind gekommen, so viele waren es noch nie.“ Für ihn ein Zeichen dafür, wie händeringend Betriebe inzwischen Auszubildende suchen. Seit 2012 bringt die Oberschule Schüler, Eltern und Betriebe zusammen. „Wir wollen Schülern und ihren Eltern aus der ländlichen Region kurze Wege bieten und machen die Messe an einem Wochentag, wenn die Verkehrsanbindung gut ist“, erläutert Henri Kuhl. Größere Ausbildungsmessen wie in Luckenwalde oder Wildau seien immer an Wochenenden, wenn Busse in den Dörfern selten oder gar nicht fahren.

Anerkennung für diese Initiative gab es jetzt von der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Im Wettbewerb „Region Zukunft“ erhielt die Schule einen Preis. „Von 1850 Euro Preisgeld haben wir neue Auslegware für die Halle gekauft“, sagt Henri Kuhl. Darüber hinaus sollen eine Mikrofonanlage sowie Pavillons für das Freigelände angeschafft werden. Kuhl rechnet mit  zunehmendem Interesse regionaler Firmen.

Metallbau, Displayherstellung, Landwirtschaft und Landtechnik, Gesundheitswesen, Dienstleistungen, kaufmännische und Verwaltungsberufe – eine Palette beruflicher Chancen eröffnete sich den rund 100 Schülern der neunten und zehnten Klassen. Die Oberstufenzentren der Landkreise Teltow-Fläming, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald zeigten den Weg zum Fachabitur sowie in die duale Berufsausbildung auf. Die Arbeitsagentur Luckenwalde bot ihre Berufsberatung an.

Erstmals dabei waren in diesem Jahr unter anderen die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, die GAG Klausdorf sowie das Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald. „Wir suchen Vermessungstechniker und Geomatiker“, sagte Theresa Koch, die sich im zweiten Lehrjahr zur Geomatikerin befindet. „Man ist viel draußen und es ist spannend, wenn die Daten im Büro von 3D auf 2D aufs Blatt gebracht werden“, das gefällt ihr am Beruf. Erstmals dabei war auch die Tischlerei Kranz aus Wahlsdorf. „Es wäre eine vertane Chance, sich hier vor der Haustür nicht zu präsentieren“, sagte der neue Inhaber Marco Dastig. Drei neue Lehrlinge habe die Tischlerei dieses Jahr eingestellt. Von Anfang an dabei ist die Brandenburger Urstromquelle Baruth GmbH. Es habe sich immer gelohnt, „das Feedback ist schon da, manche kommen als Praktikanten zu uns, später als Bewerber“, sagte Juliane Sasse, stellvertretende Koordination für die Ausbildung.

An vielen Ständen informierten Auszubildende selbst über ihre Berufsbilder und beantworteten Fragen ihrer eventuellen Nachfolger. Björn Pöschla am Stand von Schoepe Display zum Beispiel über die Fachkraft für Lagerlogistik, Anne Klebitz brachte den Beruf der Mediengestalterin nahe und die Pappaufsteller am Stand veranschaulichten, dass es sich bei diesen Displays keineswegs um Bildschirme handelt. Der Bauernverband Südbrandenburg informierte über die Vielfalt und Ansprüche der grünen Berufe und das inzwischen 35 Mitgliedsbetriebe zählende Ausbildungsnetzwerk. „Es ist ein Top-Angebot der Schule, das wir seit Jahren nutzen“, sagte Heidrun Kampfenkel von der Bauerngenossenschaft Dahme. Mehrere Azubis habe der Betrieb so gewinnen können, aktuell lerne eine Rosenthalerin Landwirt.

Mechatroniker für Landmaschinen zu werden, interessierte Bastian Tulke. „Ich will ein Praktikum bei der Handels- und Landtechnik GmbH in Dahme machen.“ Pasquale Keil erkundigte sich über den Mechatronikerberuf bei Bartling aus Hohenseefeld und Mercedes Benz aus Luckenwalde. „Mein Praktikum werde ich wohl bei Bartling machen, das ist näher“, sagte der Neuntklässler aus Wahlsdorf. Leon Max-Pascal Huxol interessierte sich für Pflegeberufe, „weil meine Mutti auch in der Pflege arbeitet“. Er habe ein Praktikum bei der AWO ins Auge gefasst, resümierte der Neuntklässler aus Zützen.