ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:57 Uhr

Aus "La Belle" wird "Studio 77"

200 Schüler aus Dahme, Golßen und Lübben erlebten im Schlossbergsaal kürzlich die Geschichte der Eiskönigin mit "La Belle".
200 Schüler aus Dahme, Golßen und Lübben erlebten im Schlossbergsaal kürzlich die Geschichte der Eiskönigin mit "La Belle". FOTO: fza1
Luckau. Das Tanzstudio "La Belle", eine kulturelle Institution in Luckau, wird ab Februar zur Tanz- und Musicalschule "Studio 77". Mit neuem Vereinsnamen sollen Angebote auf Top-Niveau bestehen bleiben. Doch die Schule bangt um ihr Domizil auf dem Schlossberg. Carmen Berg

"La Belle" gibt es weiter, wenngleich unter neuem Namen. Vor dem Tourismusausschuss hatte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) unlängst von Auflösung gesprochen und damit für Irritationen gesorgt. Richtig ist: Undine Cherubim, Gründerin und langjährige Chefin von "La Belle", hat die Tanzschule in Luckau wegen einer schweren Erkrankung aufgegeben und den Pachtvertrag für den Schlossberg gekündigt. Jedoch gibt es mit dem "Studio 77" einen Nachfolgeverein, der den Schulbetrieb nahtlos weiterführt und sich auch für den Schlossberg in gewohnter Weise engagieren will. Die Namensänderung habe rechtliche Gründe, erklärt Vereinsvorsitzende Cornelia Reich. In Hamburg gebe es einen Ableger von "La Belle", dessen Betreiber sich den alten Namen schützen ließen.

Schon geraume Zeit steuerten die Luckauer das Tanzstudio ohne seine Frontfrau. Auf das Erreichte sind sie stolz. "Wir können von Tanz über Gesang bis Jazz ein breites Spektrum bedienen", sagt Cornelia Reich. Rund 80 Kinder und Jugendliche erhalten eine Ausbildung. Die Jüngsten sind knapp drei Jahre, die ältesten studieren schon und blieben dem Studio in der Showgruppe treu. Längst müssten die Tänzer nicht mehr Klinken putzen. "Die Angebote kommen zu uns", so die Vereinsvorsitzende. Zwei Absolventinnen haben den Sprung in eine professionelle Musical-Ausbildung geschafft, eine weitere bereitet sich darauf vor, erzählt sie und kündigt an: In diesem Jahr soll das Ausbildungsspektrum um Spitzentanz und HipHop erweitert werden.

Doch in die Pläne mischt sich Sorge um den Schulstandort auf dem Schlossberg. Grund ist die Ankündigung des Bürgermeisters, dass eine Gastronomenfamilie von auswärts sich für das Haus mit Saal interessiert. Von Seiten der Stadt werde ein täglicher Mittagstisch angestrebt, so Gerald Lehmann.

Modell bewährt sich

Zwei Jahre lang war "La Belle" Pächter des Schlossberg und betrieb ihn gemeinsam mit dem Event-Veranstalter Ingo Wolff. Zu dieser Partnerschaft kam es, nachdem die Stadt das vormalige Pachtverhältnis mit Wolff einvernehmlich beendet hatte. Das Partner-Modell, das als eine Zwischenlösung gedacht war, um Leerstand zu verhindern, hat sich aus Vereinssicht zu einer Erfolgsgeschichte gemausert.

Enges Zusammenspiel

"Das Tanzstudio profitiert vom Eventbetrieb, von den Ideen, den Kontakten und der Technik von Ingo Wolff. Umgekehrt fassen alle von uns mit an, wenn für Veranstaltungen Hände gebraucht werden," sagt Cornelia Reich. Nur durch das enge Zusammenspiel gelinge es, die Tanzausbildung mit mehreren Gruppen täglich und die vielen Veranstaltungen im Hause gut unter einen Hut zu bringen. Wenn Schule und Gastwirt unabhängig voneinander agieren sollen, gehe das nicht mehr auf, sagt sie.

Auch Jutta Dzielak, Schlossberg-Beauftragte des Vereins, sieht das so. Sie ist gebürtige Luckauerin und sagt: "Der Schlossberg hat noch nie vom Mittagstisch gelebt. Er war immer schon das Vereins- und Vergnügungslokal der Luckauer." Und dazu sei er in den vergangenen beiden Jahren auch wieder geworden. Vom Karneval über den Abiball bis zu Familienfeiern sei der Kalender gut gefüllt. Die Versorgung erfolge nach Bedarf. Gekocht werde dann ausschließlich in der Schlossberg-Küche, so Jutta Dzielak.

Ein Knackpunkt, warum die Stadt bei der Verpachtung Nägel mit Köpfen machen will, ist die dringend nötige Sanierung von Heizung und Lüftung. In diesem Jahr sollen die Planungen vorangetrieben, im nächsten Jahr soll gebaut werden. "Studio 77" und Luckau-Events arbeiten daran, ihr Konzept so zu entwickeln, dass es für die Stadt wirtschaftlich akzeptabel sei. "Doch wir sind davon ausgegangen, dass uns für Details dieses Jahr noch Zeit bleibt", erklärt Cornelia Reich.

Von der veränderten Lage ist nicht nur der Tanzschul-Betrieb betroffen. Wie Jutta Dzielak erzählt, sind für 2017 bereits viele Veranstaltungen angemeldet, hinter denen womöglich jetzt ein Fragezeichen steht.

Noch kein Zeitplan

Laut Bürgermeister soll der neue Interessent sein Konzept voraussichtlich im Hauptausschuss Anfang Februar vorstellen. Eine Zeitschiene für eine mögliche Übernahme gebe es noch nicht. Auch die Tanzschule, so sicherte der Bürgermeister auf RUNDSCHAU-Nachfrage zu, soll Gelegenheit bekommen, sich erneut um die Pacht zu bewerben.