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| 16:52 Uhr

Feuerwehreinsatz gesichert
Aus der Werkstatt zum Löscheinsatz

 Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann und TWL-Geschäftsführer Roberto Kühne (v.l.) schlossen am Freitag eine Kooperationsvereinbarung zur Stationierung eines Feuerwehrfahrzeuges auf dem Firmengelände. Ein besonderer Augenblick war dies auch für Sven Herzberger, Bürgermeister der Gemeinde Zeuthen, Mathias Liebe (verdeckt) und Peter Rublack vom Kreisfeuerwehrverband, Gemeindebrandmeister Thomas Seide und Kreisbrandmeister Christian Liebe  (hintere Reihe v.l.).
Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann und TWL-Geschäftsführer Roberto Kühne (v.l.) schlossen am Freitag eine Kooperationsvereinbarung zur Stationierung eines Feuerwehrfahrzeuges auf dem Firmengelände. Ein besonderer Augenblick war dies auch für Sven Herzberger, Bürgermeister der Gemeinde Zeuthen, Mathias Liebe (verdeckt) und Peter Rublack vom Kreisfeuerwehrverband, Gemeindebrandmeister Thomas Seide und Kreisbrandmeister Christian Liebe  (hintere Reihe v.l.). FOTO: Birgit Keilbach
Feuerwehrfahrzeug auf Firmengelände verbessert jetzt die Tageseinsatzbereitschaft in der Gemeinde Heideblick. Von Birgit Keilbach

Wenn der Pieper in der Gemeinde Heideblick zum Einsatz ruft, haben die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die in den Technischen Werkstätten Langengrassau (TWL) arbeiten, jetzt einen kurzen Weg. Ein Löschfahrzeug steht auf dem Firmengelände bereit. In die Einsatzkleidung können sie im nahegelegenen Umkleideraum schlüpfen. Innerhalb weniger Minuten kann eine komplette Besatzung ausrücken.

Möglich wird dies durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Gemeinde Heideblick und der Firma TWL. Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) und Geschäftsführer Roberto Kühne unterzeichneten diese am Freitag. Für die Gemeinde ist damit ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Tageseinsatzbereitschaft der Feuerwehr vollzogen. Denn diese ist im Ergebnis einer Überprüfung in der Gemeinde gefährdet, wie Kreisbrandmeister Christian Liebe erläuterte. Die Vereinbarung trage dazu bei, die Situation zu verbessern. „Egal, wo es in Heideblick zu einem Schadensereignis kommt, es ist künftig immer ein Fahrzeug mit kompletter Mannschaft da“, hob er hervor.

Die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehren an Werktagen abzusichern, ist laut dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes,  Peter Rublack, ein generelles Problem. Viele ehrenamtliche Feuerwehrleute arbeiteten außerhalb und seien tagsüber nicht verfügbar. „Es ist ein innovatives Konzept und ein super Beispiel dafür, wie in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft dafür eine Lösung gefunden werden kann“, betonte er.

Elf ehrenamtliche Feuerwehrleute der Gemeinde und drei weitere aus Nachbarlandkreisen arbeiten in der Langengrassauer Firma. „Durch diese Konzentration können wir schnell mit einer Besatzung helfen“, sagte Geschäftsführer Roberto Kühne. Er ist selbst Feuerwehrmann und hat schon die Situation erlebt, nach der Alarmierung in Walddrehna mit anderen Einsatzkräften vor dem Gerätehaus zu stehen und nicht ausrücken zu können, weil ein Kraftfahrer fehlt.

Der schon länger bestehende Gedanke nahm konkrete Form an, als die Gemeinde Zeuthen ein neues Feuerwehrfahrzeug erhielt. Deren Bürgermeister Sven Herzberger und Frank Deutschmann wurden sich schnell einig. „Die Feuerwehren hatten untereinander bereits ihre Fühler ausgestreckt“, erklärte Sven Herzberger. So erwarb Heideblick das noch gut erhaltene Löschfahrzeug für sechs bis acht Leute Besatzung deutlich günstiger als ein Neukauf gewesen wäre. Für die Vizelandrätin Susanne Rieckhof ist dieses Zusammenwirken der Gemeinden ein hervorragendes Beispiel, wie gegenseitige Hilfe funktionieren kann. „Es ist das, was ein ländlich geprägter Landkreis braucht. Menschen stimmen sich untereinander darüber ab, was gebraucht wird, und wie es gelöst wird“, betonte sie.

Die Kooperation mit der TWL ist laut Frank Deutschmann ein großer Gewinn für alle Heideblicker und soll zudem die Firma attraktiver für junge Leute machen. Außerdem gebe es seitens der Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro für den Erwerb des Lkw-Führerscheins. Am Freitag erhielt diesen Jan Zimmer, Ortswehrführer in Weißack. Diesen wichtigen Schritt, um dem Mangel an Kraftfahrern für die Feuerwehrfahrzeuge Abhilfe zu schaffen, würdigte Peter Rublack. Der Kreisfeuerwehrverband biete ergänzend Fahrsicherheitstrainings an.

Ein weiteres gemeinsames Projekt der Gemeinde mit dem Kreisfeuerwehrverband stehe bereits in den Startlöchern: Der Aufbau eines Trainingszentrums für den Feuerwehrsport auf dem Sportplatz in Langengrassau. 120 000 Euro Fördermittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union fließen dafür laut Peter Rublack. „Wir hoffen, dass es zum 25-jährigen Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes im kommenden Jahr eingeweiht werden kann“, blickte der Vorsitzende voraus.