Von Anja Brautschek

Beim Verlassen des Raumes das Licht ausschalten, die Heizung richtig einstellen, kurzes Stoßlüften – Stromsparen klingt einfach, will aber gelernt sein. Kinder und Jugendliche in der Stadt Luckau und den umliegenden Ortsteilen  wollen sich nun intensiv dem Thema widmen. Die Stadt beteiligt sich gemeinsam mit Lübben an dem Energiesparprojekt „Fifty-Fifty“.

Offizieller Startschuss ist mit dem neuen Schuljahr 2019/2020. Kürzlich wurden mit einer Auftaktveranstaltung Kinder, Jugendliche, Erzieher, Lehrer und Hausmeister bereits auf die anstehenden Ziele und Herausforderungen eingestimmt: Energie sparen und das Klima Schützen. Schon die Kleinsten wollen sich daran beteiligen. Die Kita Sonnenblume, Waldwichtel, Zwergenhaus am Park, Parkspatzen und Spatzennest, der Hort Freundetreff, die Rosa Luxemburg Grundschule sowie die Oberschule An der Schanze machen mit. Innerhalb von zwei Jahren erfahren sie durch Projekttage, wie sie in den Einrichtungen, aber auch zu Hause Energie sparen können. „Wir wollen bei den Kindern ein Bewusstsein für das Thema wecken“, erklärt Marlies Bock, stellvertretende Fachgebietsleiterin für Ernergieeffizienz und Energiewende beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU).

Die jüngeren Kinder erfahren spielerisch, welche Orte beispielsweise warm oder kalt sind. Als kleine Energiedetektive werden sie in den nächsten Jahren lernen, wachsamer die Umwelt zu betrachten. „Das Thema Energie und Klimaschutz ist sehr komplex. Aber wenn sie mit so einem Bewusstsein aufwachsen, ist es später selbstverständlich, darauf zu achten“, erklärt Bock die Idee.

Schon zur Auftaktveranstaltung haben Kinder und Jugendliche bewiesen, das Energiesparen nichts Neues für sie ist. „Das Licht sollte nur dann angeschaltet werden, wenn es auch wirklich gebraucht wird“, sagen die Kinder der Kita Parkspatzen aus Görlsdorf. Am besten auch die Stecker ziehen, wenn Geräte nicht benötigt werden, werfen die jungen Luckauer weitere hilfreiche Tipps ein.

„In der Region gehen viele schon jetzt sparsam mit Energie um. Aber bislang haben wir immer Verbesserungsmöglichkeiten finden können“, erklärt Marlies Bock. Im Rahmen des Projektes besuchen die UfU-Mitarbeiter unter anderem auch die teilnehmenden Einrichtungen und nehmen Räume und Alltag genau unter die Lupe. Ist die Heizung richtig eingestellt? Wie wird gelüftet? Wie kann der Stromverbrauch weiter gesenkt werden? Bei Energierundgängen gehen sie den Stromverbrauchern auf den Grund und geben Tipps, wie auch ohne großen finanziellen Aufwand der Verbrauch gesenkt werden kann. Auch Lehrer, Erzieher und Hausmeister sollen dementsprechend geschult werden. „Wichtig ist uns dabei auch der Erfahrungsaustausch untereinander“, ergänzt die stellvertretende Fachgebietsleiterin.

Schulen, Kitas und Hort erhalten die Betreuung nicht nur auf technischer, sondern auch auf pädagogischer Seite. So können sie auch nach Projektende mit Projekten, Aktionen und Spielen ein energiesparendes Verhalten weiter anregen. „Ich bin gespannt, wie das alles umgesetzt wird. Es ist wichtig, Kinder zu erklären, wie man es besser machen und damit auch Geld sparen kann“, sagt Paula Reimann von der Kita Spatzennest.

Mit dem bundesweiten Klimaschutzprojekt „Fifty-Fifty“ profitieren die Einrichtungen aus Luckau und Lübben gleich im doppelten Sinn: Wenn Pädagogen und Kinder Wärme, Strom und Wasser einsparen und damit einen Teil zum Klimaschutz beitragen, werden sie an den eingesparten Kosten Hälftig beteiligt. Das Projekt „Fifty-Fifty“ findet derzeit an rund 3500 Schulen in ganz Deutschland statt. Das Institut UfU führt solche Projekte seit mehr als 20 Jahren durch und berät Kommunen in diesen Themen.