Von Carmen Berg

Es wird nun wohl doch nach der Sanierung ein Wasserspiel auf Luckaus Marktplatz geben. Ein Antrag der Fraktion Luckau-Land/UWG/ FDP auf Streichung des Vorhabens fand nach emotionaler Debatte im Stadtparlament am Donnerstagabend keine Mehrheit. Der Hauptgrund: Die Intervention kommt zu spät. Die Marktsanierung ist bereits in der Ausschreibung.

Rückblende: Kaum ein Investitionsvorhaben in der Stadt war im Vorfeld so breit diskutiert worden wie das neue Gesicht für den Markt. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) erinnerte an mehrere Bürgerdialoge auf dem Schlossberg und in der Kulturkirche sowie an die Debatte in den Fachausschüssen. Zum Wasserspiel seien die Meinungen geteilt gewesen, räumte er ein. Zwischen „ganz historisch“ oder „ganz modern“ sei die aktuelle ebenerdige Variante der Kompromiss gewesen, der am Ende der demokratischen Entscheidungsfindung stand, so der Bürgermeister. Wie in der Nachbarstadt Lübben soll demnach das Nass aus Bodendüsen sprudeln. Werden sie außer Betrieb gesetzt, entsteht eine ganz herkömmlich für Märkte und andere Aktivitäten nutzbare Fläche. Das Wasserspiel verschwindet dann quasi im Boden.

LL/UWG/FDP beziehen sich bei ihrer Ablehnung auf „viele Gespräche mit Luckauer Bürgern aus der Kernstadt und den Ortsteilen“. Ins Feld geführt wird etwa, dass bereits bestehende Wasserinstallationen wie der Töpferbrunnen und der Wasserspielplatz im Laga-Park seit Jahren nicht funktionieren. Die Kosten für Unterhaltung und Wartung der neuen Anlage würden der Fraktion zufolge von der Verwaltung unterschätzt. Und es verbiete sich aus Sicht der Kritiker außerdem, bei wiederkehrenden trockenen Sommern die zunehmende Wasserknappheit in der Region zu ignorieren.

Der AfD-Abgeordnete Tobias Winzer setzte noch einen drauf und  forderte, die Marktsanierung ganz bleiben zu lassen. Es sei viel Geld für ein paar Steine. Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) verwahrte sich gegen den Eindruck, das Vorgänger-Parlament, das die Beschlüsse zur Marktsanierung auf den Weg gebracht hatte, wollte „Millionen verballern“. Schließlich gehe es nicht nur um neues Pflaster, sondern um die komplette Instandsetzung des maroden Untergrundes, sagte er und erklärte, dass es auch viele Bürger gebe,  denen die Idee des Wasserspiels gefällt. Wie sich in Lübben zeige, ziehen die sprudelnden Fontänen Familien ins Zentrum. „Kinder wollen nicht Barock sehen, sondern planschen“, so Lothar Treder-Schmidt. „Keine Seite hat das Recht zu sagen, die Mehrheit der Bürger steht hinter ihr“, fand Andreas Jahnke (CDU).  

Der Knackpunkt aber ist ein anderer, wie Matthias Müller (CDU) deutlich machte. „Für Einwände war lange genug Zeit. Sie hätten spätestens kommen müssen, bevor das Vorhaben zum zweiten Mal in die Ausschreibung ging“, sagte er.  Die erste Ausschreibungsrunde war 2018 daran gescheitert, dass die Ergebnisse deutlich über den von der Stadt kalkulierten Summen lagen.

Wie die Bauverwaltung vorrechnet, sind bislang 30 000 Euro Planungskosten für das Wasserspiel entstanden. Eine Umprojektierung würde zusätzlich 35 000 Euro kosten. Auf der Grundlage des von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Bauprogramms war die Ausschreibung im September veröffentlicht worden, die Submission ist für den 20. November, die Auftragsvergabe in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember geplant. „Lehnen wir jetzt das Wasserspiel ab, wird finanzieller Schaden entstehen, in welcher Höhe auch immer“, sagte Olaf Schulze (CDU).

In einer von der CDU beantragten namentlichen Abstimmung lehnten 13 Stadtverordnete bei vier Ja-Stimmen die Streichung des Wasserspiels ab.