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| 19:34 Uhr

Brauchtum
Auf dem Luckauer Markt wird der Maibaum aufgestellt

Schon fast geschafft: Bis zum Herbst wird der Maibaum nun wieder den Luckauer Marktplatz zieren.
Schon fast geschafft: Bis zum Herbst wird der Maibaum nun wieder den Luckauer Marktplatz zieren. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Viele Gartenstädter und Gäste verfolgen die Aktion vom Boden aus bei Maibowle und Blasmusik. Von Carmen Berg

) Viele Luckauer lassen sich am späten Montagnachmittag bei Sonnenschein den Moment nicht entgehen: Am Kranausleger schwebt der Maibaum zu den Klängen der Gießmannsdorfer Bläser in die Höhe. Die Männer des Bauhofes führen vom Boden aus die Regie. Es ist Präzisionsarbeit, den zentnerschweren Maibaum sicher aufzurichten und zu verankern. Das Stadtwappen und 18 Zeichen regional ansässiger Zünfte zieren den 13 Meter hohen Stamm aus Kiefernholz. Jahrhunderte alte Zeichen der Schmiede, Dachdecker oder Zimmerer sind ebenso angebracht wie Embleme jüngerer Wirtschaftszweige. Eine Birke thront auf der Spitze. Carola Lamprecht, Gabriele Tributh und weitere Helferinnen haben den Kranz mit  bunten Bändern hergerichtet.

Der Gewerbeverein „Wir sind Luckau“ ist gemeinsam mit der Laga-GmbH und der Stadt Gastgeber bei der Pflege des alten Brauchs, der 2015 nach langer Pause wieder belebt worden war. An den Tischen auf dem Markt genießen die Besucher selbst gebackenen Kuchen, Bärlauch- und Schmalzbrote sowie die Maibowle vom Stand des Gewerbevereins. Wer mochte, konnte den Hausmannsturm besteigen und das bunte Treiben von oben beschauen.

Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zollte den Luckauern Respekt, die trotz des vorangegangenen langen Leistungsschau-Wochenendes erneut Kondition zum Feiern bewiesen und dankte zudem allen Helfern des Maifestes.

Manch Zuschauer allerdings vermisste in der Runde die Handwerker, für die der Maibaum  werben soll. Dachdeckermeister Siegfried Ernst, Seniorchef der gleichnamigen Firma, erklärte die relativ geringe Beteiligung von Kollegen mit vollen Auftragsbüchern bei zugleich immer weniger Fachkräften. „Die meisten Betriebe arbeiten auch am Brückentag, und die Situation wird sich weiter zuspitzen“, schätzte er ein. So habe sein Betrieb nur noch einen Azubi im dritten Lehrjahr, geeignete Bewerber für die Folgejahre seien nicht zu finden gewesen. Bürgermeister Lehmann nahm dennoch den Gedanken der Luckauer auf, bei den nächsten Maifesten das Handwerk wieder stärker einzubinden.