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| 02:53 Uhr

Auch ohne BER: Schönefeld wächst

Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (r.) und der neue MAWV-Verbandsvorsteher Peter Sczepanski.
Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (r.) und der neue MAWV-Verbandsvorsteher Peter Sczepanski. FOTO: Uta Schmidt/usc1
Schönefeld. Die Gemeinde Schönefeld als nördlichste Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald hat die Weichen für eine Zukunft als begehrter Wohn- und Gewerbestandort gestellt. Der Zuzug von Einwohnern und Unternehmen hält unvermindert an. Uta Schmidt/usc1

"Im Ortsteil Großziethen sind bereits über 8000 Menschen zu Hause, der Ort Schönefeld zieht stetig nach. Dort wird sich die Einwohnerzahl von 3000 auf 5000 erhöhen", gibt sich Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) optimistisch.

Das "Viel-Prinzip"

Derzeit leben im gesamten Gemeindegebiet mit seinen Ortsteilen insgesamt 14 300 Bürger. Auch wenn der internationale Großflughafen BER noch nicht in Betrieb ist, die Flughafengemeinde bleibt als Ansiedlungsfläche für Investoren hochinteressant, denn sie garantiert Unternehmen mit 200 den niedrigsten Steuerhebesatz in Deutschland. "Von vielen wenig ist auch viel", beschreibt Haase das Lockmittel. Rund 2000 Unternehmen profitieren derzeit von diesem Steuersatz.

Weitere Wohn- und Gewerbeflächen hat die Gemeinde ausgewiesen und damit die Grundlagen für eine zügige Erschließung mit den notwendigen Wasser- und Abwasserleitungen geschaffen. Derzeit erhalten 99,9 Prozent aller Haushalte und Firmen Trinkwasser aus dem Netz, 98 Prozent sind an das Abwasserentsorgungssystem angeschlossen. "Einige weiße Flecke gibt es aber noch auf dem insgesamt 250 Hektar Gewerbeflächen - unter anderem in den Gewerbeparks Airtown, Airgate, und Gatelands in Waltersdorf und Kienberg sowie im Norden des Flughafens", erklärt Haase. Im Fokus steht bei ihm derzeit unter anderem die Entwicklung des Gewerbeparks Selchow, wo sich demnächst eine Fluggesellschaft auf zehn Hektar Fläche ansiedeln möchte. Die Vertragsverhandlungen würden derzeit laufen, so Haase.

Begehrt sei die Gemeinde aber auch als Wohnstandort. In Schönefeld, Großziethen und Rotberg wurden deshalb weitere Flächen für Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Eigentumswohnungen ausgewiesen.

72 neue Häuser geplant

Die ersten von insgesamt 72 neuen Häusern wurden im "Dichterviertel" von Schönefeld errichtet. Die nötigen Erschließungen in Höhe von fünf Millionen Euro wurden von einem privaten Investor vorgenommen. Versorgungsengpässe beim Trink- und Abwasser wird es in der Gemeinde auch bei dynamischstem Wachstum der Einwohner- und Unternehmenszahlen nicht geben. Zusätzlich zu den Versorgungsanlagen des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbandes MAWV mit derzeit acht Wasserwerken und über 2300 Kilometer Rohrleitungssystem ist Schönefeld durch eine Trinkwasserringleitung mit Mahlow-Blankenfelde verbunden.

Trinkwasser ist gesichert

Ein langfristiger Liefervertrag wurde mit den Berliner Wasserbetrieben bis ins Jahr 2029 erarbeitet. Er soll zusätzlich eine stabile Ver- und Entsorgung des gesamten Gebietes einschließlich des neuen Flughafens garantieren. Bereits 20 Millionen Euro wurden auf dem BER-Gelände an Wasser- und Abwasserleitungen verbaut.

Bürgermeister Udo Haase hat als Vorsitzender der MAWV-Versammlung nicht nur die Versorgungssicherheit seiner Gemeinde im Blick. Als Vorsitzender der MAWV-Versammlung arbeitet er eng mit dem neuen Verbandsvorsteher Peter Sczepanski unter anderem bei der Planung von Investitionen zusammen.

Ziel sei es, langfristig für alle Abnehmer im Verbandsgebiet mit 106 000 Einwohnern niedrige Preise und Gebühren zu garantieren, so Haase. In diesem Jahr wird der MAWV 5,5 Millionen Euro in Trinkwasserleitungen und 6,9 Millionen Euro in das Abwassernetz investieren. Zu den größten Vorhaben 2014 gehören der Austausch einer großen Trinkwasser-Graugussleitung im Gewerbegebiet Kienberg und die Erneuerung einer Abwasserleitung in der Straße am Klärwerk in Waßmannsdorf für 1,2 Millionen Euro.

Seit mehreren Jahren investiert der MAWV als größter Wasserzweckverband in Brandenburg pro Jahr 12,5 Millionen Euro in den kontinuierlichen Austausch von Abwasser- und Trinkwasserrohrleitungen. Von den rund 101 Bleianschlüssen wurden bis Ende 2013 91 ausgewechselt, die restlichen zehn sind nicht mehr in Betrieb.