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| 13:47 Uhr

Auch Napoleon und Kohl zog's schon nach Mochow

Mochow.. Zwei prominente Besucher sollen sich die Mochower Marienkirche, die 1880 erbaut worden ist, schon angeschaut haben. Ob einst Napoleon auf der alten Heerstraße von Leipzig nach Frankfurt (Oder), die auch durch Mochow geführt hatte, den Ort durchquert hat, gilt nicht als sicher.

In der jüngeren Vergangenheit sei aber der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl mit seinem Helikopter über Mochow geflogen, erzählte Pfarrer Christoph Hanke jetzt den Exkursionsteilnehmern des Lübbener Museums zu den Wallfahrtsorten in der Region. Er hätte wohl unbedingt dort landen wollen, um sich das hübsche Dorf mit der Kirche genauer anzusehen.
Schon lange vor Napoleon war Mochow ein Wallfahrtsort gewesen. Der Ort war damals größer als heute. Von 1000 Einwohnern sei die Rede, sagte Pfarrer Hanke. Schon 1346 besaß der Ort eine große Pfarrkirche. Doch die Einführung der Reformation in der Region beendete die Wallfahrt. Das bedeutete gleichzeitig einen enormen wirtschaftlichen Verlust für die Einwohner. Denn viele Dorfbewohner hatten von den Pilgern gelebt.
Während des Dreißigjährigen Krieges ist Mochow vollständig zerstört worden, erfuhren die Exkursionsteilnehmer. Die in der Mitte des 15. Jahrhunderts gegossene Kirchenglocke, die den Vers „Oh, König Christus, gib' Frieden“ trägt, überstand den Krieg. Vermutlich hätte sich die etwa 35 Kilogramm schwere Glocke beim Herannahen der Truppen relativ leicht mitnehmen lassen, spekulierte Christoph Hanke über die Hintergründe.
Ebenso überlebte die spätgotische Pietà aus Mochow, der nachgesagt wird, sie habe Blut geweint, die Kriegswirren. Seit etwa 100 Jahren stehe sie jedoch in der Schinkelkirche in Straupitz, berichtete Pfarrer Hanke. (ps/dh)