Archäologe Thilo Stapelfeldt (49) vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege zeigt an einem Längsschnitt in knapp einem Meter Tiefe auf einen dunklen Fleck inmitten der helleren Erdschichten. „Das war eine Grube, eventuell eine Feuerstelle einer germanischen Siedlung aus der Römischen Kaiserzeit“, erklärt der Grabungsleiter.

Nicht dass die Römer einst aus ihrem Imperium bis nach Rüdingsdorf gekommen seien, nur ein Abschnitt der Frühgeschichte (1 bis 375 nach Christus) der ans Römerreich angrenzenden Gebiete Europas ist nach ihnen benannt. So ließen sich bei Grabungen immer wieder Importartikel nachweisen, erzählt Stapelfeldt.

Bei Rüdingsdorf habe er bislang nichts Spektakuläres entdeckt, ergänzt der Archäologe. Gefunden habe er zum Beispiel eine Gewandspange, auch Eisenfibel genannt. „Doch sie war so stark korrodiert, dass sie erst einmal restauriert werden muss, bevor Aussagen dazu getroffen werden können“, sagt Thilo Stapelfeldt. An einer zweiten Grabungsstelle in einigen Hundert Metern Entfernung seien Funde aus mittelslawischer Zeit (7. bis 10. Jahrhundert) ans Tageslicht gekommen.

Bereits im Frühjahr waren Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege auf der künftigen Gastrasse bei Langengrasssau tätig. Sie fanden dort unter anderem mehrere slawische Grabstätten (RUNDSCHAU berichtete).

Mithilfe von Opal soll Erdgas von Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) nach Olbernhau (Sachsen) transportiert werden. Die Leitung wird mit einer Länge von insgesamt 480 Kilometern über 270 Kilometer durch brandenburgisches Gebiet führen, bevor sie in Sachsen in eine große Ost-West-Erdgastrasse einmündet. tw