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Arbeitslosigkeit steigt leicht an

Boris Müller, Bereichsleiter im Geschäftsstellenverbund der Arbeitsagentur, empfiehlt die Jobbörse am 25. Februar. Rund 50 Unternehmen aus Dahme-Spreewald und weit mehr als 1000 Gäste werden erwartet.
Boris Müller, Bereichsleiter im Geschäftsstellenverbund der Arbeitsagentur, empfiehlt die Jobbörse am 25. Februar. Rund 50 Unternehmen aus Dahme-Spreewald und weit mehr als 1000 Gäste werden erwartet. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben/Luckau. Der Arbeitsmarkt im südlichen Dahme-Spreewaldkreis liegt im Trend. Wie bundesweit, stieg auch der Anteil von Menschen ohne Job in diesem Januar leicht an. Ingvil Schirling

Doch das Niveau, auf dem sich dieser Anstieg bewegt, ist nach wie vor niedrig. In absoluten Zahlen waren in Lübben genau 98 Männer und Frauen mehr ohne Arbeit als im Dezember 2016. In Luckau waren es 54. In beiden Städten stieg die Arbeitslosigkeit im monatsvergleich um zehn Prozent.

Doch diese Zahlen sind absolut kein Grund, Alarm zu schlagen. Boris Müller ist Bereichsleiter im Geschäftsstellenverbund der Arbeitsagentur in Dahme-Spreewald und sieht die Lage sehr entspannt, die Probleme ganz woanders. "Für einen Januar ist das eher weniger als mehr", verweist er auf den Vergleich zum ersten Monat des Jahres 2015. Gemessen daran, ist die Arbeitslosigkeit in Lübben nämlich um 20 Prozent gesunken, in Luckau um 12,5 Prozent. Die Gesamtquote bleibt niedrig mit 6,6 Prozent in Lübben, 5,4 in Luckau und 5,5 in Dahme-Spreewald insgesamt. Vor einem Jahr waren es in Lübben noch gut zwei Prozent mehr.

"Wir haben zurzeit einen absolut arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsmarkt", schätzt Boris Müller ein. "Arbeitnehmer können sich manchmal sogar aussuchen, wo sie arbeiten wollen, Arbeitgeber viel weniger."

Deshalb setzt die Arbeitsagentur mehr und mehr auf Beratung der Arbeitgeber. Wenn es den Traum-Kandidaten für eine bestimmte Aufgabe nicht mehr gibt, wie können dann Bewerber, die dieser Idealvorstellung nicht entsprechen, fit gemacht werden für den Job? Welchen Ausgleich können Arbeitgeber beanspruchen? Boris Müller erwähnt Eingliederungszuschüsse oder sozialpädagogische Betreuung für Jugendliche als Beispiele.

Er blickt vor allem auch auf die erfolgreiche Vermittlung Langzeitarbeitsloser in den ersten Arbeitsmarkt zurück. Zwischen August 2015 und Juli 2016 vermittelte ihm zufolge das Jobcenter knapp 30 Prozent der Männer und Frauen, die lange von staatlicher Unterstützung lebten, in eine echte Arbeitsstelle - und nicht in einen Ein-Euro-Job.

Gelungen sei das auch, sagt der Bereichsleiter, "weil es zwischen der Arbeitsagentur, dem Jobcenter und der Landkreisverwaltung eine sehr gute Zusammenarbeit gibt". Zahlenmäßig belegt sei, dass Jobcenter effizienter arbeiten als kommunale Träger. Das war vor kurzem bereits bei einer Pressekonferenz mit Blick auf die drohende Kreis-Zwangsfusion mit Teltow-Fläming angesprochen worden.

Die gute Zusammenarbeit soll Ende Februar mit der Jobbörse fortgesetzt werden. Sie steht mit bisher gut 50 angemeldeten Unternehmen unter dem Schlagwort "Arbeit und Leben in Dahme-Spreewald". Boris Müller begründet: "Wir haben immer noch eine hohe Auspendlerquote aus dem Landkreis. Das wäre eigentlich nicht notwendig. Viele könnten auch bei uns arbeiten."

Zum Thema:
Gut 50 Unternehmen und weit mehr als 1000 Gäste werden am 25. Februar im Oberstufenzentrum an der Königs Wusterhausener Brückenstraße 40 erwartet. Dabei kooperieren Landkreis, Arbeitsagentur, Jobcenter und Wirtschaftsförderung miteinander. Zwischen 10 und 13 Uhr können sich Arbeitnehmer und -geber kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. "Meet the Boss", Fachvorträge, Karriereberatung, professionelle Bewerbungsfotos und vieles mehr werden angeboten. Aus dem Süd-LDS sind unter anderem die Agrargenossenschaft Unterspreewald, Fräsdienst Feind und die Lausitzer Klärtechnik LKT mit dabei.