Finanziert werde dieses Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, erklärt Dr. Kai Pagenkopf vom Projektträger Neumann Consult. Insbesondere sei es gedacht für Arbeitslose sowie für Menschen, die aufgrund von Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt seien, erklärt er.
Die gelernte Chemiefacharbeiterin Helga Friedrich hat schon verschiedene geförderte Jobs hinter sich. Während ihrer Tätigkeit in der Keramik- und Teestube des VAB (Verein für Arbeitsbeschaffung und berufliche Bildung) in Petkus habe sie mit behinderten Menschen zu tun gehabt, erzählt sie. Der Verein engagiere sich für barrierefreien Tourismus an der Fläming-Skate. Von VAB-Geschäftsführer Klaus Friedrich sei sie motiviert worden, die Schulung mitzumachen. „Ich hoffe, dass ich meine Kenntnisse später beim Verein einbringen kann“ , sagt die Buckowerin.
Wie Kai Pagenkopf berichtet, gehe das Projekt ins zweite Jahr. Bei der Premiere im Vorjahr im Landkreis Elbe-Elster habe jeder dritte Teilnehmer im Anschluss eine Tätigkeit gefunden. „Der barrierefreie Tourismus ist ein Wachstumsmarkt in der Fremdenverkehrsbranche. Gastronomen, Hoteliers, Reiseveranstalter und Tourismuseinrichtungen brauchen qualifiziertes Personal“ , beschreibt Pagenkopf die Chance für die Teilnehmer.
Die vierwöchige Theorie-Ausbildung, die auf dem Erlebnishof in Werder stattfindet, übernimmt die Lorenz Tourismusberatung GmbH. Deren Vertreter Jan Schiefer erklärt, bei Barrierefreiheit gehe es nicht nur um Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Auch die junge Mutter mit dem Kinderwagen oder der Tourist mit dem Rollkoffer wollten sich ohne Stolpersteine bewegen. Neben der Ausbildung der Kursteilnehmer sei es ein weiteres Anliegen des Projektes, Dienstleister im Tourismus für das Problem zu sensibilisieren.

Lob für Flämingstadt
„In Dahme ist zu sehen, dass dafür bereits viel Vorarbeit geleistet wurde“ , sagt Kai Pagenkopf. Jan Schiefer erklärt, die Stadt gehöre bei der Barrierefreiheit neben Kurorten wie Rheinsberg oder Neuruppin zu den führenden in Brandenburg. „Wo andere Städte sich noch hinter dem Denkmalschutz verstecken, sucht Dahme nach Lösungen“ , würdigt er das Engagement.
Während eines Rundgangs hatten die Schulungsteilnehmer sich den neuen barrierefreien Rundkurs durch die Altstadt angesehen und im behindertenfreundlich gestalteten Hotel am Schlosspark, in der SportWelt sowie in der Schlossruine Station gemacht. „Dass selbst dieses Bauwerk für Rollstuhlfahrer zugänglich wurde, finde ich Klasse“ , sagt Gabriele Beator. Schon die ersten beiden Kurswochen hätten ihr viel gegeben, so die Woltersdorferin. „Nachdem ich ausprobiert habe, wie es ist, sich im Rollstuhl fortzubewegen, habe ich eine ganz andere Sicht auf die Dinge bekommen“ , erzählt sie.

Mitmachen noch möglich
Der Theorieausbildung werden sich zwei Monate in Praktikumsbetrieben anschließen, erklärt Kai Pagenkopf. Noch seien einige Plätze im Lehrgang frei, Ein nachträglicher Einstieg sei deshalb möglich, fügt er an.

Zum Thema Noch freie Plätze
Das Schulungsprojekt zum barrierefreien Tourismus gehört zum Equal-Programm der Europäischen Union, welches neue Methoden gegen Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt entwickelt und erprobt.
Wer sich für eine Teilnahme am Kurs interessiert, sollte sich umgehend beim Projektträger melden. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 030/96 61 50 24.