Etwa 70 Gäste waren der Einladung zur Finissage im Lübbener Wappensaal gefolgt. Zahlreiche Stühle blieben frei. Das Kunstfest selbst hat Lübben in den vergangenen drei Monaten noch interessanter gemacht. Carsten Saß (CDU) sprach von einer "erfolgreichen Ausstellung, die regional akzeptiert ist und sich auch überregional etabliert hat".

Dahme-Spreewalds Kulturdezernent würdigte ausschließlich das Engagement von Christian Gracza, der drei Monate lang nicht nur die Kunstwerke überwacht, sondern auch für eine "tolle Ausstellung" gesorgt habe. Der Kurator war erstmals für die Schau im öffentlichen Raum rund um die Schlossinsel und die Liebesinsel in Lübben verantwortlich.

Bis zu 100 000 Besucher - so die Schätzungen der Veranstalter - begegnen jedes Jahr den Werken internationaler Künstler. Während Carsten Saß am Samstag ein positives Fazit zog, war der Start vor drei Monaten getrübt. Vandalen hatten noch vor der Eröffnung das Kunstwerk von Gregor Krampitz zerstört. Er hat seine blauen Wassermoleküle an anderer Stelle wieder aufgebaut. Wie Ines Mularczyk von der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH in Lübben sagt, sei dies das einzige zerstörte Kunstwerk der Ausstellung gewesen.

Zwar sei auch eines der beiden Prismen von Valentina Torrado kaputt gegangen, allerdings durch starken Sturm. Elf Kunstwerke waren insgesamt am und im Wasser zu sehen. An der überdimensionalen Libelle waren auch regionale Akteure beteiligt. Die Künstlerin Angela´ Thiesz baute das Kunstwerk gemeinsam mit jungen Leuten von der Freizeiteinrichtung "die Insel" in Lübben.

Mit dem Ende der Aquamediale 2012 ist ein spannender Neubeginn verbunden. Die Kunstausstellung im nächsten Jahr wird nicht nur in Lübben, sondern auch im Amt Lieberose/Oberspreewald stattfinden. "Wir werden eine Ausstellungsfläche von Lübben bis Goyatz bespielen", sagte Carsten Saß und ergänzte scherzhaft: "Das ist keine Drohung, sondern ein Handlungsziel für Sponsoren."

Die Aquamediale 2013 wird ihm zufolge auch eine finanzielle Herausforderung. Dass die internationale Kunstausstellung auf das Nachbaramt ausgedehnt wird, hat mit Ludwig Leichhardt zu tun. Der Australienforscher, der aus der Lausitz stammt, hätte im nächsten Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert. Die australische Botschaft in Deutschland werde deshalb wichtigster Partner der Aquamediale 2013 sein.

Der australische Botschafter freut sich sehr auf das Leichhard-Jahr, wie Georg Müller im Wappensaal sagte. Der Kulturreferent vertrat den Botschafter, der zwar angekündigt, jedoch nicht anwesend war. Er machte die Besucher auf die Bedeutung Ludwig Leichhardts aufmerksam. "In Australien kennt ihn jedes Kind. Flüsse, Bergzüge, Straßen und Plätze sind nach ihm benannt." Georg Müller kündigte zudem an, dass zur Aquamediale 2013 Künstler aus Australien eingeladen werden.

Erste Hörproben gab es schon am Samstag. Die Band "Dan Freeman and the Serious", die Kabarettistin Kim Eustice und der Sänger Matthew McGrath stimmten die Teilnehmer der Finissage schon kulturell auf das Leichhardt-Jahr ein.

Zum Thema:
Der Landkreis Dahme-Spreewald ist Projektträger der Aquamediale. Projektpartner ist die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH in Lübben. Die inhaltliche Vernetzung soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. Ein Ziel ist dabei das Einbinden weiterer europäischer Partner. Das Leichhardt-Jahr 2013, dass das Amt Lieberose/Oberspreewald begeht, ist für den Landkreis Anlass, den Kreis der operativen Kooperationspartner etwa um die Tourismus-Entwicklungsgesellschaft (TEG) Lieberose/Oberspreewald in Goyatz langfristig zu erweitern. Geplant ist die programmatische Einbindung zahlreicher Ortschaften im Unter- und Oberspreewald. Die Aquamediale 2013 soll vor allem die Wasserextreme des australischen Kontinents künstlerisch aufgreifen. asd1