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| 01:02 Uhr

Antrag abgelehnt, trotzdem Hoffnung für die Elftklässler

Dahme.. Für die Elftklässler an der Gesamtschule „Otto Unverdorben“ entscheidet sich heute: Wo werden sie am ersten Tag nach den Winterferien zur Schule gehen„ Wie berichtet, nahm das staatliche Schulamt in Wünsdorf zum Ende des ersten Schulhalbjahres die Carmen Berg

Kooperationsgenehmigung mit dem Gymnasium Jüterbog zurück und verfügte die Auflösung der 11. Jahrgangsstufe zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres. Dagegen wehrten sich eine Reihe Eltern per Eilantrag bei Gericht. Parallel dazu legten unter anderem die Schulleitung und der Schulträger beim Schulamt Widersprüche ein.

„In der Sache positiv“
Gestern Nachmittag hat die 12. Kammer des Verwaltungsgerichtes Potsdam den Dahmer Antrag auf vorläufige Fortführung der Jahrgangsstufe 11 an der Gesamtschule „Otto Unverdorben“ abgelehnt.
Dass dies aber nicht das Aus für den Eltern- und Schülerwillen bedeuten muss, ergibt sich aus der Begründung. Darin heißt es: „Die Kammer geht in ihrem Beschluss davon aus, dass für die von den Antragstellern begehrte Anordnung kein Eilbedürfnis besteht...“ . Dem von der Schulleitung eingelegten Widerspruch beim Schulamt „kommt nach Auffassung der Kammer aufschiebende Wirkung zu. Auf Grund der aufschiebenden Wirkung darf das staatliche Schulamt derzeit keine Maßnahmen ergreifen, um die von ihm verfügte Rücknahme der Kooperationsgenehmigung und die daran geknüpfte Auflösung der Jahrgangsstufe 11 zu Beginn des 2. Schulhalbjahres 2004/2005 durchzusetzen“ , so das Gericht.
„Wir werden uns Freitag früh zusammen setzen und sehen, wie wir jetzt damit umgehen“ , sagte gestern Nachmittag in Wünsdorf Schulrat Winfried Otto in einer ersten Reaktion. Die Behörde sei dabei zu prüfen, ob der Widerspruch der Dahmer Schulleitung überhaupt zulässig gewesen sei. Heute im Laufe des Vormittags könne mit einer Stellungnahme aus dem Schulamt gerechnet werden, wie es in Dahme weitergeht, kündigte Otto an.
Rechtsanwalt Mike Zerbst von der Kanzlei Fangerow/Hocke&Collegen, der die Dahmenser vertritt, sieht den Gerichtsbeschluss trotz einer „scheinbaren Widersprüchlichkeit in der Sache positiv“ . Das Gericht habe in seinen weiterführenden Ausführungen zu erkennen gegeben, dass die Voraussetzungen für die Rücknahme der Kooperationsgenehmigung nicht vorgelegen hätten. Eindeutig werde gesagt, es sei den Schülern nicht vorzuhalten, wie sie ihre Kurse wählen. Zudem werde die Meinung des Schulamtes nicht geteilt, die Rücknahme der Verfügung sei kein Verwaltungsakt, sondern nur eine interne Regelung, gegen die ein Widerspruch nicht möglich sei. Nach Auffassung des Gerichts sei die Auflösung der 11. Jahrgangsstufe in jedem Fall ein Verwaltungsakt, deshalb sei das Einlegen von Widersprüchen rechtens, so erläutert Mike Zerbst.
„Damit muss rein rechtlich der Schulbetrieb der 11. Klassen am Montag in Dahme weitergeführt werden“ , davon ist der Anwalt überzeugt.

Was tut Wünsdorf heute“
Henri Kuhl, der in der Ferienwoche in Vertretung von Schulleiter Muskulus an der Gesamtschule die Geschäfte führt, zeigte sich gestern zuversichtlich. Den Eltern habe er gesagt: „Wir können den Sekt kalt stellen, aber noch nicht öffnen“ , so Henri Kuhl. Er sieht „das Schulamt jetzt endgültig in der Pflicht, sich Gedanken zu machen“ . Er werde am heutigen Freitag in der Schule sein und auf die Reaktion aus Wünsdorf warten.
Betroffen vom Fortgang der Dinge sind ebenso das Luckauer und das Jüterboger Gymnasium, die für die Neuzugänge aus Dahme die Vorbereitungen getroffen haben und sieben Dahmer Lehrer, die teilweise Unterrichtsstunden in Luckau mit übernehmen sollten.