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Anbaden am 15. Mai – eine Tradition könnte kippen

Luckau. Die Badesaison könnte in diesem Jahr im Luckauer Freibad Am Anger später als gewohnt beginnen. Diesen Vorschlag hat Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) im Zuge der Diskussion um eine neue Entgeltordnung für das Freibad vor dem Hauptausschuss in dieser Woche eingebracht. Carmen Berg

Bisher sprangen die Wasserratten, angeführt vom Bürgermeister, traditionell am 15. Mai zum Anbaden ins große Becken, im vergangenen Jahr bei acht Grad Lufttemperatur. Kaum einmal sei Mitte Mai tatsächlich schon Badewetter, so Gerald Lehmann. Jedoch fallen unabhängig vom Badebetrieb tägliche Bewirtschaftungskosten von 800 Euro an, die nach oben schnellen, sobald die Becken befüllt sind und die Pumpen laufen. Das hat die Verwaltung ausgerechnet. Es ließe sich demnach mit einem Aufschub der Eröffnung um fünf oder sogar zehn Tage Geld sparen, argumentierte der Bürgermeister. Denkbar seien der 20. oder auch der 25. Mai als neue Anbade-Daten. Die Fraktionen sind aufgefordert, sich bis zur Stadtverordnetenversammlung am 23. Februar eine Meinung zu bilden. Bei dieser Sitzung soll die neue Entgeltordnung, die auch die Öffnungstermine enthält, beschlossen werden.

Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne) regte im Falle einer Entscheidung für die Verlegung des Anbadens an, den Passus so zu formulieren, dass bei anhaltender Hitze im Frühjahr davon auch abgewichen werden kann. Das aber ist aus Verwaltungssicht ein Problem. Wie die zuständige Amtsleiterin Birgit Lehmann erklärte, sind die Arbeitsabläufe vor dem Saisonstart präzise aufeinander abgestimmt. "Wir brauchen einen Vorlauf von eineinhalb Monaten", sagte sie.

Mit der neuen Entgeltordnung soll außerdem der Badespaß vor allem für jüngere Kinder und für Erwachsene teurer werden. Die Palette der Tarifgruppen wird ausgedünnt. Angaben aus dem Rathaus zufolge steigen die städtischen Zuschüsse für Wasser, Strom und weitere Betriebsausgaben im Freibad um rund vier Prozent jährlich. Lag der Zuschuss im Jahr 2013 bei 131 400 Euro, so waren es 2015 bereits 142 000 Euro. Kostendeckende Eintrittspreise müssten bei 9,70 Euro liegen. Erwartet wird durch ein Nachjustieren bei den Bad-Preisen eine Senkung des Zuschusses um rund 9000 Euro im Jahr. Nach dem Fachausschuss hat auch der Hauptausschuss der Entgeltordnung zugestimmt. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten.

Zum Thema:
Für Kinder und Jugendliche gibt nur zwei (alt drei) Tarifgruppen. Kleine bis sechs Jahre zahlen für die Tageskarte einen Euro (alt 50 Cent), Sieben- bis Zehnjährige ebenfalls einen Euro (alt 1,50 Euro), Elf- bis 17-Jährige zwei Euro. Die Zehnerkarte bis zehn Jahre soll 7,50 Euro kosten. Damit verdreifacht sich der Preis für die Ein- bis Sechsjährigen, Sieben- bis Zehnjährige zahlen 2,50 Euro weniger, ab 11 Jahre werden 15 Euro fällig. Die Karte für Erwachsene kostet 3,50 (alt drei) Euro, die Zehnerkarte 28 (alt 20) Euro.