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| 01:09 Uhr

Amtsbrandmeister fordert neue Technik

Sellendorf.. Die Freiwilligen Feuerwehren im Amt Golßener Land drohen zu technischen Museen zu werden. Diesen Eindruck vermittelte Amtsbrandmeister Günter Wenzlaff unlängst dem Amtsausschuss. Zwar gebe es gut ausgestattete Wehren, aber auch reichlich historische Technik. Andreas Staindl


Glienig hat das älteste Dienstfahrzeug mit dem Baujahr 1974. Drei im Amtsgebiet sind Baujahr 1979, der Zützener B 1000 von 1983 wie auch der W 50 TFL 16 in Golßen. Der LF8-6 der Golßener Wehr ist von Baujahr 1996 und damit das jüngste Feuerwehr-Fahrzeug im Amt. „Wir haben tatsächlich nicht die modernste Technik im Kreis“ , so Wenzlaff. Zudem sei Golßen das Amt im Landkreis Dahme-Spreewald mit den meisten Wehren, die über Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA) verfügen. Sieben der insgesamt 13 Feuerwehren im Amt hätten solche TSA, jedoch keine Zuggeräte. Sechs Wehren besitzen Fahrzeuge. Die und weitere Technik wurde unlängst vom Land überprüft.
Von 24 Fahrzeugen waren laut Wenzlaff nur sieben einsatzbereit. „Doch das gibt ein falsches Bild“ , sagt er. „Beim Golßener Tanker war beispielsweise das Stopplicht kaputt, bei anderen Fahrzeugen muss die Betriebserlaubnis der Heizung erneuert oder eine Glühbirne ersetzt werden. Der Hänger von Glienig/Sellendorf etwa ist nicht komplett bestückt. Der wird aber nur für die Ausbildung der Jugend genommen.“
Bemängelt worden sei auch, dass die gesetzliche Lebensdauer von Reifen abgelaufen sei. „Ich sehe aber nicht ein, dass wir aller sechst Jahren neue Reifen auf die Hänger aufziehen sollen“ , ärgert sich der Amtsbrandmeister.
Von den 22 Pumpen im Amtsgebiet seien 19 einsatzbereit gewesen. Die drei anderen habe man inzwischen repariert. Drei neue Tragkraftspritzen (TS) seien in den vergangenen Jahren angeschafft worden, in diesem Jahr eine. Erhalten hat die Pumpe Kasel-Golzig. „Damit braucht im benachbarten Gemeindeteil Zauche kein Brunnen gebohrt werden“ , erklärt Wenzlaff. Eine Wasserentnahmestelle an der Berste sei schon eingerichtet worden.
Für Zützen fordert der Amtsbrandmeister ein neues Fahrzeug. Den nächsten TÜV übersteht der B 1000 nicht. Der Rost nagt unaufhörlich, die Bremsen kommen. Ohne das Engagement der Kameraden vor Ort wäre das Fahrzeug längst Schrott. Notwendig sei auch, den Golßener Tanker TLF 16 durch ein neues Fahrzeug zu ersetzen. „Vor allem die Waldbrände zu DDR-Zeiten haben dem W 50 stark zugesetzt“ , erklärt Wenzlaff.
Begonnen worden sei schon mit dem Austausch der Meldeempfänger in den Wehren. Eine Reparatur sei zu teuer, koste etwa ein Drittel der Neuanschaffung. Kritisiert hat der Amtsbrandmeister, dass der Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) Luckau seine Unterflurhydranten nicht beschrifte: „Seit zwei Jahren weiß der Verband davon und nicht passiert. Im Ernstfall kann das verheerende Folgen haben“ , warnt Wenzlaff.