ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Amt Dahme steht vor der Heirat

Die Gemeinde Niederer Fläming will dem Amt Dahme beitreten.
Die Gemeinde Niederer Fläming will dem Amt Dahme beitreten. FOTO: Google Maps
Dahme. Für einen Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt Dahme ist der erste Schritt gemacht. Der Dahmer Amtsausschuss hat am Donnerstagabend dem Ehevertrag grünes Licht gegeben. Carmen Berg

In den nächsten Tagen werden die Gemeindevertretungen ihr Votum abgeben. Zustimmung vorausgesetzt, soll die Fusion zum 1. Januar 2018 wirksam werden.

Das Amt Dahme, bestehend aus der Stadt Dahme sowie den Gemeinden Ihlow und Dahmetal, hat rund 6500 Einwohner. Potsdam geht für künftige Verwaltungsstrukturen jedoch von 8000 aus. Deshalb hatten die Dahmenser schon im Vorjahr bei Nachbarn in Heideblick und Baruth angeklopft - ohne Ergebnis. Stattdessen machte die Gemeinde Niederer Fläming dem Dahmer Land einen Antrag. Seither wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung ausgehandelt, die nun unterschriftsreif ist.

Die 3000 Bewohner der bislang amtsfreien Gemeinde Niederer Fläming verteilen sich auf 23 Ortsteile. Bei einer Heirat wird es dort keine eigene Verwaltung mehr geben. Das neue Gebilde dehnt sich über die Dörfer des Ländchens Bärwalde bis Hohengörsdorf kurz vor Jüterbog aus und wird mehr als ein Fünftel der Fläche des Landkreises Teltow-Fläming umfassen.

Wegen der großen Entfernungen soll zwar das Dahmer Rathaus Hauptsitz der Amtsverwaltung bleiben, jedoch auch eine Außenstelle in Lichterfelde eingerichtet werden. Dort könnten stark frequentierte Bereiche wie das Einwohnermeldeamt und das Standesamt weiterhin ständig präsent sein, über andere Bereiche sei noch im Detail zu befinden, so Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) auf Nachfragen aus dem Amtsausschuss. Er geht davon aus, dass der Prozess der Umstrukturierung etwa ein Jahr dauern könnte. Dazu gehört es auch, neue Aufgaben für Verwaltungsmitarbeiter des Niederen Fläming zu finden, die dem Vertrag zufolge in den Dienst des Amtes Dahme übernommen werden. Es gebe Vorstellungen zum Raster der künftigen Amtsverwaltung, sagte Frank Pätzig, doch ein neuer Chef der Amtsverwaltung werde dazu ein gewichtiges Wort mitzureden haben.

Frank Pätzig, seit der Gründung des Amtes Dahme 1992 an der Spitze, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Insgesamt war er vom Amtsausschuss drei Mal wiedergewählt worden, zuletzt im Jahr 2016. Gemäß der Brandenburgischen Kommunalverfassung muss die Stelle neu ausgeschrieben werden. Auch dafür segnete der Amtsausschuss die Kriterien ab. Neben fachlicher und persönlicher Eignung sollten der Bewerber oder die Bewerberin im Amt Dahme oder "in der unmitttelbaren Umgebung" wohnen. Letztere Formulierung war Jörg-Martin Bächmann (Die Linke) zu schwammig. "Der Amtsdirektor sollte aus dem Amtsbereich kommen", sagte er: Die Mehrheit der Ausschussmitglieder aber wollte die Grenze nicht so eng ziehen.

Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 18. August eingereicht sein. So bleibe dem Amtsausschuss noch ausreichend Zeit, die Interessenten unter die Lupe zu nehmen, sagte Dahmes Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler).