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| 13:51 Uhr

Größtes Amt in Brandenburg
Amt Dahme nach Heirat auf gutem Weg

 Ein neuer Spielplatz wurde im vergangenen Sommer im Dahmer Park eingeweiht. Nächster Bauabschnitt ist die Neugestaltung des Tierparkes.
Ein neuer Spielplatz wurde im vergangenen Sommer im Dahmer Park eingeweiht. Nächster Bauabschnitt ist die Neugestaltung des Tierparkes. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Feuerwehr, Schulen und Tourismus sind Schwerpunkte 2019 im größten Amt Brandenburgs. Vor allem beim Brandschutz wächst vieles zusammen. Doch es gibt auch Kritik. Von Carmen Berg

Vor einem Jahr wurde das Amt Dahme durch den Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming das größte Amt Brandenburgs. Auf einer Fläche halb so groß wie das Land Berlin leben rund 9200 Bewohner in einer Kleinstadt und 42 Ortsteilen. „Die Zusammenlegung der Verwaltungen war schwierig, hat aber für die Bürger funktioniert“, so das positive Fazit von Amtsdirektor David Kaluza (parteilos). Für einen noch effektiveren Ablauf wurden zu Beginn 2019 in der Verwaltung vier neue Stellen geschaffen. Ein Problem aber bleibe die bauliche Enge im Rathaus, so der Amtsdirektor.

„Hervorragend verlief der Zusammenschluss der Feuerwehren“, schätzt er ein. Das sei das Verdienst von Amtswehrführer Karsten Schmidt sowie seines Stellvertreters  Nico Rudolph, der vormals Gemeindewehrführer des Niederen Fläming war.

2019 steht ein neuer Gefahrenabwehr-Bedarfsplan für die Wehren ganz oben auf der Agenda.  Das heißt: Im gesamten Amtsgebiet werden Gefahrenpotenziale festgestellt und analysiert, im weiteren Verlauf erfolgt dann die Festlegung, welches Material und Personal benötigt wird, um die freiwilligen Feuerwehren bedarfsgerecht auszustatten. Die Planung soll an einen externen Dienstleister vergeben werden. Sie sei wegen der Flächengröße und der Vielzahl der Wehren  mit eigenen und ehrenamtlichen Kräften nicht zu stemmen, sagt David Kaluza.

Kritisch beleuchtet werden nach dem vergangenen Extremsommer zudem die Löschwasser-Entnahmestellen. „Es hat sich gezeigt, dass von den offenen Gewässern viele nicht mehr dafür nutzbar sind“, so der Verwaltungschef. Deshalb werde verstärkt auf Brunnen gesetzt. Ein großes Stromerzeugeraggregat soll angeschafft werden, um Entnahmestellen autark  betreiben zu können, kündigt er an.

Neben den Feuerwehren ist seit Kurzem der Tourismus Aufgabe des Amtes. So haben es die Gemeinden beschlossen. Die politische Diskussion darüber, wie die Region mehr Gäste locken kann, hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Eine weitere Runde ist für Februar, März geplant. Aus Sicht von David Kaluza wird Barrierefreiheit ein großes Thema sein. „Davon profitieren nicht nur Touristen mit Handicap, sondern auch die eigenen Bürger, denn wir haben einen hohen Anteil an älterer Bevölkerung“, erklärt der Amtsdirektor. Es sei schon einiges getan worden. „Wir müssen unsere Potenziale nur besser vermarkten.“ Ein Highlight sei die Fläming-Skate. „Aber bei den Angeboten entlang der Strecke ist noch Luft nach oben. Hier müssen sich die Orte mehr Gedanken machen“, sagt er.

Weitere harte Nuss ist die Schulträgerschaft. Träger für die Grundschule in Werbig ist die Gemeinde Niederer Fläming. Überlegt wird, die Bildungseinrichtungen in Dahme ebenfalls vom Amt wieder an die Kommune zu übertragen. „Wir prüfen noch, wie sich eine Rückübertragung auf den Haushalt auswirken würde“, sagt David Kaluza.  Eine Entscheidung sollte aus seiner Sicht im ersten Quartal 2019 fallen, das sei wichtig für die Planung von Investitionen. Ein möglicher Trägerwechsel könnte zum Jahreswechsel 2019/2020 erfolgen.

Die Fertigstellung der Ortsdurchfahrt, der Bau des neuen Rewe-Marktes, die Sanierung des Tierparkes werden 2019 die größten Brocken in der Kernstadt  Dahme sein. Zu den schönen Momenten im vergangenen Jahr gehörte der Wiederbezug der Dahmer Kita „Zwergenland“ nach Sanierung. „Es ist für die Kinder etwas Tolles entstanden, und das innerhalb der geplanten Bauzeit“, freut sich der Amtsdirektor.

In den Landgemeinden sei es ebenfalls vorangegangen, sagt er und nennt als Beispiel je zwei mit Förderhilfe ausgebaute Waldwege in Ihlow und Niederer Fläming. Sie seien hilfreich für den Brandschutz und für Radausflügler nutzbar.

„Für die Gemeinde Niederer Fläming war 2018 ein schwieriges Jahr“, räumt der Amtsdirektor allerdings auch ein. Keine eigene hauptamtliche Gemeindeverwaltung mehr zu haben, sei dort eine neue Situation. Doch der Beitritt zum Amt Dahme sei richtig gewesen,  ist er überzeugt: „Nur so konnte der Bestand der Gemeinde für die Zukunft gesichert werden.“

Die Herausforderungen werden in der Zukunft nicht kleiner, sagt der Amtsdirektor. Ihn und die ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinden ärgere die Ungerechtigeit bei der Finanzausstattung durch das Land.

Wo Zuweisungen ausschließlich pro Kopf erfolgen und die Fläche keine Rolle spielt, werde der ländliche Raum abgehängt. „Beim Umgang mit den kleinen Landkommunen hat die Landesregierung versagt“, kritisiert David Kaluza.

Für die Kommunalwahl im Mai hofft er, „dass sich genügend Ehrenamtliche finden, die als Volksvertreter kandidieren und dass die Bürger wählen gehen. Denn mehr unmittelbare Möglichkeit zum Mitbestimmen gibt es nicht“.

Für seinen eigenen Verwaltungsbereich wünscht sich David Kaluza, „die Kommunikation auf allen Ebenen zu verbessern.“ Besser als allgemein zu schimpfen sei es, Dinge auf kurzem Wege direkt  anzusprechen. „Es gibt Sprechstunden, Telefon, das Beschwerdeportal Maerker.de“, sagt er und fügt an: „Wir können in diesem Punkt alle an uns arbeiten. Ich auch.“