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Am Reformationstag auch mal beherzt in eine Tradition beißen

Haben heute schon verkleidete Kinder an Ihrer Tür geklingelt und nach Süßigkeiten verlangt? Wenn ja, haben Sie sich vielleicht gefragt warum? Kennen wir verkleidete Jungen und Mädchen doch eher aus der Karneval oder Fasching. Mittlerweile ist auch Halloween bei uns zu Hause.

Sei es in Form von schaurigen Kürbisschnitzereien oder gruselig geschminkten Kindern, die von Tür zu Tür klingeln. Dieser Brauch hat seinen Ursprung bei den Einwanderern in die USA. In unserem Land ist dagegen der Reformationstag, 31. Oktober, der bekannte Feiertag. Es soll Zeit sein, sich an Martin Luthers Reformation zu erinnern, ganz in Ruhe, ohne laute Feste und Sportveranstaltungen. Diese Tradition erkennt man mitunter, während des Besuchs beim Bäcker: Der Blick schweift durch die Auslage und stößt auf etwas Unbekanntes, das sonst nicht angeboten wird. Je nach Region verschieden mit Mandeln, Rosinen, Zuckerguss oder Marmelade - das ist das Reformationsbrötchen.

Auch wenn die bekannten und althergebrachten Traditionen leiser und dezenter sind als so manche quietschbunte Halloween-Dekoration, lohnt es sich einen Blick darauf zu werfen. Sind sie doch Ausdruck des Glaubens, der unsere Gesellschaft geprägt hat. Und manchmal kann man auch beherzt in eine solche Tradition hineinbeißen.

*Propst Dr. Johann Schneider, Regionalbischof von Halle und Wittenberg