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Altstadtsanierung
Neuer Chic für altes Luckauer Haus

Für rund 1,3 Millionen Euro wird ein weiteres Luckauer Altstadthaus saniert. Es entstehen sechs neue Wohnungen.
Für rund 1,3 Millionen Euro wird ein weiteres Luckauer Altstadthaus saniert. Es entstehen sechs neue Wohnungen. FOTO: Carmen Berg / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Luckau. Ein weiteres marodes Gebäude in der Luckauer Altstadt bekommt neuen Glanz. Am Freitag haben die Handwerker an der Langen Straße 22 die Richtkrone aufgezogen. Von Carmen-Sylvia Berg

Ein weiteres marodes Gebäude in der Luckauer Altstadt bekommt neuen Glanz. Am Freitag haben die Handwerker an der Langen Straße 22 die Richtkrone aufgezogen. Die Luckauer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft errichtet in dem Objekt sechs Wohnungen nach modernem Standard. Die Gesamtinvestition beziffert Geschäftsführerin Bärbel Kohlstock auf rund 1,3 Millionen Euro. Davon steuert die Stadt Luckau rund 150 000 Euro aus dem Städtebau-Fördertopf bei.

In dem heruntergekommenen Gebäude war bisher die Luckauer Tafel untergebracht, die inzwischen ein neues Quartier bezog. Die Wohnungen standen leer. „Nahezu alles muss in die Kur. Das Haus hatte noch Ofenheizung. Teilweise waren Fußböden eingebrochen. Elektrik, Fenster, Türen, Treppenaufgänge müssen ebenfalls erneuert werden“, beschreibt Bärbel Kohlstock den Zustand. Im Frühsommer rückten die Handwerker an. Schon beim Entkernen wurde klar: Der Sanierungsaufwand wird noch größer als erwartet.

„Es hat sich gezeigt, dass die Wände überwiegend aus Fachwerk bestehen, das durch eindringende Feuchte stark geschädigt wurde. Die Hölzer mussten zum Großteil ausgewechselt werden“, nennt Bärbel Kohlstock ein Beispiel. Wie sie weiter erzählt, sei der Innenhof einst überdacht gewesen. Vom Glasdach sei die Nässe in die Wände eingedrungen.

Probleme bereiten zudem die Deckenbalken, die zu weit auseinander lagen. Die Zimmerer seien jetzt noch dabei, sie zu verstärken. Um rund 200 000 Euro haben diese und andere unliebsame Überraschungen die geplante Bausumme bisher nach oben getrieben, erklärt Bärbel Kohlstock.

Die Chefin der Wohnungsbaugesellschaft kennt solcherart Entwicklungen von früheren Projekten. Sieben Altstadt-Häuser hat die Gesellschaft in Luckau in den zurückliegenden Jahren komplett saniert und zudem unlängst 23 attraktive Wohnungen in ehemaligen Gefängnisgebäuden geschaffen. Die Nachfrage sei groß. Alle Domizile seien ausgebucht, das habe Mut gemacht, schließlich auch die Lange Straße 22 in Angriff zu nehmen, sagt Bärbel Kohlstock.

Geplant sind im Vorderhaus sowie im Hofbereich zur Brauhausgasse insgesamt drei Dreiraum- und drei Zweiraumwohnungen, jeweils mit Balkon oder Terrasse zum Hof. „Wir haben versucht, für unsere Mieter schöne Lösungen zu finden“, so die Geschäftsführerin.

Die Dreiraumwohnungen werden etwa 90 Quadratmeter groß, die kleineren zwischen 48 und 70 Quadratmeter. Einen Keller wird es nicht geben, dafür aber Nebengelass für die Mieter auf dem Boden sowie einen Fahrradraum. Neben der Förderhilfe der Stadt wird die Finanzierung über einen Kredit gestemmt Die Kaltmiete liegt bei sechs Euro je Quadratmeter.

Im Vorderhaus und Seitenflügel erfolgt die Sanierung im Bestand. Im Hof wurde ein Zwischenbau abgerissen und neu aufgebaut. Auf diesem Teil des Komplexes thront jetzt der Richtkranz. Altem Brauch folgend schlug Bärbel Kohlstock nach dem Richtspruch den letzten Nagel in den Dachstuhl ein. Mit einem Glas Sekt stießen die Bauherrin, Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos), Vertreter der beteiligten Firmen und der Kommunalpolitik auf das weitere Gelingen an. Die künftigen Mieter für die neuen Quartiere sind bereits gefunden. Am 1. April des kommenden Jahres können sie einziehen, verkündet die Geschäftsführerin das erklärte Ziel.