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Altstadtperle wird Pension

Herbert Beloch vor dem Haus mit wechselvoller Geschichte. Unter anderem war es Landratsamt und zu DDR-Zeiten Sitz der Polizei.
Herbert Beloch vor dem Haus mit wechselvoller Geschichte. Unter anderem war es Landratsamt und zu DDR-Zeiten Sitz der Polizei. FOTO: be
Luckau. Das denkmalgeschützte Gebäude Am Markt 32, in dem auch die RUNDSCHAU ihren Sitz hat, soll nach dem Auszug des Mehrgenerationenhauses eine Altstadtpension werden. Im Vorjahr haben Herbert und Elona Beloch die Immobilie erworben und planen in den historischen Mauern Ferienwohnungen mit insgesamt zwölf Gästebetten.

"Super", sagt Jutta Dzielak vom bürgeroffenen Gewerbeverein "Wir sind Luckau", als sie von dem Vorhaben hört. Denn in der Stadt gibt es bislang wenig Übernachtungsmöglichkeiten.

Das Gebäude aus dem Jahr 1692 gehört zu den Perlen unter den Bürgerhäusern am Luckauer Markt. Es ist Teil eines Ensembles von drei Giebelhäusern mit aufwendig verzierten barocken Stuckfassaden. Der alten Pracht will Investor Herbert Beloch zu neuem Glanz verhelfen und hat dazu bereits Kontakt zu Experten im Stuckateuer-Handwerk aufgenommen. Im Inneren werde die neue Nutzung behutsam in die vorhandene Bausubstanz integriert, erzählt der 66-Jährige.

Luckau habe eine attraktive Altstadt, sie verdiene es, erhalten zu werden, begründet er, warum er als Ruheständler die Mammut-Aufgabe auf sich nimmt. Zudem freue er sich, dass seine Tochter mit Familie in die Heimat zurückgekehrt ist, wo Schwiegersohn Robert Herrmann unlängst das Traditionslokal "Ratskeller" als Pächter übernahm. Gäste, die dort feiern, haben einen kurzen Weg, wenn sie in der Altstadtpension übernachten wollen. Ebenso aber setzt der Investor auf Touristen, die beispielsweise von Luckau aus den Spreewald oder das Tropical Islands erkunden möchten.

Dafür entstehen im ersten Obergeschoss vier Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe. Zudem gibt es einen Frühstücksraum, in dem Gäste gemütlich zusammensitzen können. Auf Wunsch werde das Frühstück vom "Ratskeller" geliefert, setzt Herbert Beloch auf Synergieeffekte zwischen Herberge und Lokal.

Im Erdgeschoss ist neben zwei Büroeinheiten eine weitere Ferienwohnung geplant. Sie werde barrierefrei ausgestattet und vom Hofeingang über eine Rampe für Rollifahrer bequem erreichbar sein, kündigt Herbert Beloch an.

In der zweiten Etage soll eine große Wohnung entstehen, sagt er weiter. Besonderes Highlight dort wird eine überdachte Terrasse zum Hof. Das Dach wird dafür in diesem Bereich angehoben.

Historische Details im Denkmalhaus will der Bauherr bei der Sanierung wieder hervorholen. Noch verschwindet der Treppenaufgang im Erdgeschoss hinter Trockenbauwänden. Sie werden abgetragen und durch eine Glasfront ersetzt. Säulen im Foyer rücken dadurch optisch wieder in den Fokus.

Voraussichtlich im Herbst werden die Bauarbeiten im Erdgeschoss beginnen und 2018 in den oberen Etagen und an der Fassade fortgesetzt, sagt Herbert Beloch. Bis zum Schluss hebt er sich einen Schatz im Untergrund auf. Wer die Treppe hinabsteigt, gelangt in ein Geflecht aus Gewölbekellern, die Herbert Beloch wieder herrichten und bei einer künftigen Keller- und Kirchennacht Luckauern und Gästen gern zeigen will.