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| 10:31 Uhr

Eine besondere Nacht
Stones in der Kirche, Cello im Keller

In ihren Keller Am Markt 26 lädt Peggy Bebök-Schibor zur Altstadtnacht ein. Keller und Wohnhaus entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Insgeamt sieben Höfe und Keller im historischen Zentrum können besichtigt werden.
In ihren Keller Am Markt 26 lädt Peggy Bebök-Schibor zur Altstadtnacht ein. Keller und Wohnhaus entstanden im 17. und 18. Jahrhundert. Insgeamt sieben Höfe und Keller im historischen Zentrum können besichtigt werden. FOTO: Foto Zahn
Luckau. Bei Luckauer Altstadtnacht ist über und unter der Erde jede Menge los. Von Carmen Berg

Nach der Premiere im Vorjahr wird es am Sonnabend, 8. September, eine Neuauflage der Altstadtnacht in Regie des Gewerbevereins „Wir sind Luckau“ geben. Der Verein hatte sich im Vorjahr den Hut aufgesetzt, nachdem die Agentur „Querdenker“ aus Lübben kurzfristig das Handtuch geworfen hatte. Das Ergebnis überzeugte. Wirte und andere Akteure in der Vorbereitungsgruppe seien sich einig gewesen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, sagt Tino Wolff vom Organisatoren-Team.

Klänge von Country über Folk, Rock und Pop bis zu Indian Dance sollen die Flanierer ab 19.30 Uhr in die Altstadtlokale locken. Zwei Spielstätten, der Heine-Hof sowie das Lokal „Carmens Fleck“, fallen diesmal aus personellen Gründen aus, dafür kommen zwei neue hinzu, kündigt Tino Wolff an. So legen erstmals im Klosterhof der ehemaligen JVA mehrere DJ’s elektronische Musik auf. Sie wollen vor allem dem jungen Publikum einheizen. Auf einer Bühne auf dem Markt greift die angesagte Berliner Partyband Angeless fürs Feiervolk in die Saiten.

Weiter dabei sind der Ratskeller, die Klosterklause, das  Lokal „Zur Sonne“ sowie der Schlossberg. Die Gasthöfe „Stadt Berlin“ und „Zur alten Tischlerei“ beziehen für die lange Nacht ein Schlossberggewölbe, die Gaststätte „Zur Weiche“ ist wie im Vorjahr Gastgeber in der Georgenkapelle auf dem Markt.

Wer nach Luckau kommt, sollte zwischen 20 und 23 Uhr auch etwas Zeit mitbringen für einen Blick in die „Unterwelt“, so der Tipp von Tino Wolff. Sieben Altstadthöfe und mittelalterliche Gewölbekeller gibt es zu erkunden, zwei mehr als im Vorjahr. Die Eigentümer haben sich gemeinsam mit Bohnstedt-Gymnasiasten darauf vorbereitet, Geschichtliches und Anekdoten über die alten Mauern zu erzählen.  Zudem gibt es in jedem Hof und Keller Musik, die Palette reicht dabei von Klassik auf dem Cello bis Ostrock.

Tradition ist es in der Gartenstadt, dass die lange Nacht mit Konzerten in der Nikolaikirche begonnen und beschlossen wird. Ab 18 Uhr gastiert im imposanten Gotteshaus mit seinen rund 1000 Plätzen der Jazz- und Popchor Berlinvokal, ein Highlight a capella, „ohne Netz und doppelten Boden“, wie es in der Ankündigung heißt. Um Mitternacht dann bringt Kantor Focko Hinken Best of Rock & Pop von den Beatles und Stones bis Madonna auf der historischen Donat-Orgel zu Gehör.

Neben viel Musik lockt das Abenteuer. Gänsehautfeeling ist garantiert, wenn im legendären Bergfried am Schlossberg die Theaterloge die Geister losschickt. Zur Zeitreise auf den Hausmannsturm laden die Luckauer Mägde in historischen Konstümen ein. Geführte Aufstiege gibt es um 20.30 sowie um 22 Uhr.

Im Niederlausitz-Museum sowie im Cartoonmuseum auf dem früheren JVA-Gelände können ab 19.30 Uhr die aktuellen Ausstellungen besichtigt werden, für Inhaber der Altstadt-Bändchen ist der Eintritt kostenfrei, so Tino Wolff. Im Keller des Cartoonmuseums gibt es zudem was auf die Ohren mit Klängen von Barock bis Tango.

Übrigens, ein Vorteil für die Feiernden in Luckau: Sie müssen am Folgesonntag nicht früh aus den Federn, denn die heimische Küche kann kalt bleiben. Am Sonntag ab 11 Uhr servieren örtliche Vereine Leckeres rund um die Knolle beim Kartoffelbrunch auf dem Markt.

Sylvia Tazberik und Andreas Kaiser präsentieren im Keller des Cartoonmuseums Musik von Barock bis Tango.
Sylvia Tazberik und Andreas Kaiser präsentieren im Keller des Cartoonmuseums Musik von Barock bis Tango. FOTO: Künstler