Noch gibt es die Siedlung nur auf dem Papier, doch einen Namen hat sie längst. Dafür wurde aus dem Rand ein Park: Am Nordpark heißt sie. Auf dem Areal der ehemaligen Stasi-Hauptverwaltung könnte demnach bald eine stattliche Eigenheim-Siedlung entstehen. In direkter Nachbarschaft gibt es bereits Einfamilienhäuser.

Zunächst sollte die neue Siedlung 47 Grundstücke umfassen. In den neuesten Plänen wurde sie um 16 erweitert. Denn nun soll das alte Stasi-Gebäude doch abgerissen werden. Darüber informiert Gerd Mielke, Geschäftsführer der Quattrohaus GmbH. Das Cottbuser Immobilienunternehmen betreut das Projekt "Siedlung Nordpark" für den Investor.

Der Abriss des sechsgeschossigen Stasi-Baus ist demnach beschlossene Sache. "Die Bietergespräche haben bereits begonnen", erklärt Mielke. Im Sommer werden die Abrissbagger anrücken. Das sei auch im Sinne der Stadt. "Der Sechsgeschosser ist an dieser Stelle störend wie ein Riegel und passt eigentlich nicht in die benachbarte Bebauung", sagt Gerd Mielke und weiter: "Und dann ist da auch noch der geschichtliche Hintergrund." Soll heißen: Dieser unrühmliche Ort sollte aus dem Stadtbild verschwinden. Dabei hatte der Investor zunächst anderes mit dem Gebäude vor. Wollte es in der Höhe anpassen, also Geschosse zurückbauen, und einen Flügel abreißen. Um den verbleibenden Bau in ein Wohnhaus umzufunktionieren. "Aber die Kalkulationen gingen nicht auf", sagt Mielke. Der hohe bauliche Aufwand mache die Idee unwirtschaftlich. Dagegen soll der Viergeschosser hinter dem Stasi-Bau ein Wohnhaus werden. Daran hält der Investor fest. Dort waren zuletzt das Finanzamt und das Landesumweltamt untergebracht. Das Gebäude sei für kleine Wohnungen prädestiniert. Die Nachfrage dafür ist ungebrochen groß.

Noch fehlt die Zustimmung des Stadtparlaments. Doch die Abgeordneten verfolgen die Pläne für den Nordpark mit Wohlwollen. Im jüngsten Bauausschuss erklärte der Stadtplaner Eckbert Thiele, dass ein Beschluss im Oktober vorliegen solle.

Der Drang der Häusle-Bauer weg von der grünen Wiese in Richtung Stadt ist laut Immobilien-Fachmann Mielke ungebrochen. So entstehen nicht nur im Cottbuser Norden neue Eigenheim-Grundstücke. Beachtlich gewachsen ist die wohl jüngste Siedlung rund um das ehemalige Zuchthaus in der Spremberger Vorstadt.