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| 16:23 Uhr

Tag der offenen Tür
Charme des Postamtes zieht an

 Anna Schingen (l.) schwärmt in einem Bad in der ersten Etage vom Blick auf Luckau. Sie hat am Samstagnachmittag Besucher durch das ehemalige Postamt in der Luckauer Nordpromenade geführt. Unter ihnen war auch Bürgermeister Gerald Lehmann mit seiner Frau.
Anna Schingen (l.) schwärmt in einem Bad in der ersten Etage vom Blick auf Luckau. Sie hat am Samstagnachmittag Besucher durch das ehemalige Postamt in der Luckauer Nordpromenade geführt. Unter ihnen war auch Bürgermeister Gerald Lehmann mit seiner Frau. FOTO: Ingrid Hoberg
Luckau. Tag der offenen Tür in der Luckauer Nordpromenade gibt Einblick in künftige Wohnungen. Von Ingrid Hoberg

„Wenn Sie in der Badewanne liegen, aus dem Fenster auf die Dächer von Luckau schauen und dann vielleicht noch der Schnee rieselt – was kann romantischer sein“, schwärmt Anna Schingen. Nicht nur Bürgermeister Gerald Lehmann und seine Frau Andrea folgen dem Bild gern. Mehr als 80 Besucher begrüßen Anna und Sabine Schingen am Samstagnachmittag in den zwei Stunden, die für die Besichtigung der Baustelle Altes Postamt in Luckau eingeplant sind. Im Februar hatten die Bauarbeiten begonnen, in der ersten Etage ist der Ausbau der Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen gut vorangegangen. Insgesamt entstehen sechs Wohnungen auf zwei Etagen.

Die beiden Eigentümerinnen sind überwältigt vom Interesse der Besucher. Unter ihnen sind auch Nachbarn wie Marita und Reinhard Riehm. Sie wohnen gleich nebenan und haben direkten Blick auf das historische Postgebäude. „Es ist gut, dass das denkmalgeschützte Gebäude erhalten wird – und wie schnell es jetzt vorangeht“, sagt Marita Riehm. „Postämter waren ja früher immer repräsentative Gebäude“, ergänzt sie. Auch ihr Mann freut sich, dass außerdem das Nebengebäude noch umgebaut werden soll. „Der Bauantrag ist gestellt“, sagt Anna Schingen. „Sechs weitere Wohnungen werden dort entstehen. Voraussichtlich in diesem Sommer starten die Umbauarbeiten.“

Dann werden im einstigen Postgebäude wohl schon die ersten Mieter einziehen. Im ersten Obergeschoss ist eine Wohnung bereits vermietet, eine andere reserviert. Im Dachgeschoss sind zwei weitere Wohnungen vermietet, obwohl dort noch viel zu tun ist. Dort wird gegenwärtig die Elektrik verlegt, dann kommt der Trockenbau. „Es sind in diesem Haus insgesamt nur noch zwei Wohnungen frei“, so Anna Schingen. Interessenten seien meist Luckauer, aber auch Rückkehrer aus Berlin oder Nordrhein-Westfalen.

Im Jahr 2012 hatte Sabine Schingen aus Berlin das Objekt erworben und musste erst Banken von der Finanzierungswürdigkeit eines solchen Vorhabens in Luckau überzeugen, wie sie berichtet. Das 1872 am Luckauer Stadtgraben errichtete Postamt wurde in den 1970er-Jahren unter anderem für eine telegrafische Abteilung genutzt. Die Deutsche Post ist mit ihrer Verteilerstation gegenwärtig noch Mieter, werde aber voraussichtlich im nächsten Jahr ausziehen. Dort soll eine Wohnung barrierefreie hergerichtet werden. „Unser Anliegen ist barrierearmes Bauen, Barrierefreiheit ist im denkmalgeschützten Gebäude nur schwer umzusetzen“, sagt Anna Schingen. Doch die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz seien bisher durch eine gute Zusammenarbeit möglich gewesen.

So haben Sabine und Anna Schingen ihren Anspruch umsetzen können, „wertige Materialien einzusetzen, um ein angenehmes Wohngefühl“ für die Mieter zu schaffen. „Wir wollten keine Luxussanierung, es muss bezahlbar bleiben“, betont die junge Bauherrin. Dass das gelungen ist, bestätigt Besucherin Kathrin Riemschneider. „Ich habe hier meine Kindheit verbracht“, erklärt sie ihr Interesse am Tag der offenen Tür. Inzwischen lebe sie in Hamburg.

Bürgermeister Gerald Lehmann begrüßt die private Investition und den Mut der beiden Eigentümerinnen. „Die Nachfrage nach Wohnraum ist da. Und Luckau ist Mittelzentrum wie es durch die gemeinsame Landesplanung der Länder Berlin und Brandenburg beschlossen wurde“, sagt er. Der Blick auf den historischen Stadtkern sei auch so schön, weil es eine geschützte Dachlandschaft ohne Solarfelder ist.

 Anna Schingen (l.) schwärmt in einem Bad in der ersten Etage vom Blick auf Luckau. Sie hat am Samstagnachmittag Besucher durch das ehemalige Postamt in der Luckauer Nordpromenade geführt. Unter ihnen war auch Bürgermeister Gerald Lehmann mit seiner Frau.
Anna Schingen (l.) schwärmt in einem Bad in der ersten Etage vom Blick auf Luckau. Sie hat am Samstagnachmittag Besucher durch das ehemalige Postamt in der Luckauer Nordpromenade geführt. Unter ihnen war auch Bürgermeister Gerald Lehmann mit seiner Frau. FOTO: Ingrid Hoberg