"Die Bestandssicherung hatte oberste Priorität", sagte Luckaus Bauamtsleiter Fritz Frenzel. "Das Haus ist jetzt von oben und unten trocken", ergänzte Ortsbürgermeister Heiko Terno. 250 000 Euro seien dafür investiert worden. Etwa 50 000 Euro stammten laut Holger Schmidt von der Stadtverwaltung aus Fördertöpfen des Landkreises Dahme-Spreewald und 5000 Euro von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. "Wir sind sehr froh, dass die Denkmalschutzbehörde des Kreises das Projekt gefördert hat", sagte Frenzel.
Wie Behörden-Mitarbeiter Mathias Koch erklärte, sei Dahme-Spreewald landesweit der einzige Kreis, der ein Programm zur Bestandssicherung gefährdeter Gebäude aufgelegt habe.
Das Herrenhaus in Kümmritz hat eine lange Tradition. Nach Angaben von Ernst Wieprich stammt es aus dem 16. Jahrhundert und ist nach der Kirche das zweitälteste Gebäude im Dorf. Der Berliner Wieprich hat ehrenamtlich die Baugeschichte des Hauses erforscht. "Das Herrenhaus ist eine spannende Geschichtsquelle", sagte er und verwies auf die kostbaren Türbeschläge aus dem 17. Jahrhundert: "So etwas gibt es heute nur noch in Museen", so Wieprich.
Er sei auch froh, dass die Räume jetzt "gemäßigter" genutzt würden. "Der Jugendklub mit seinen vielen Bierflaschen war nicht wirklich zeitgemäß." Die Jugend nutzt jetzt den früheren Speiseraum im Herrenhaus. Der einstige Jugendraum ist nun Gemeinschaftsraum für die Dorfbevölkerung. Zudem wurden Toiletten im Gebäude installiert.
"Fritz Frenzel hat mir versprochen, dass wir unsere diesjährige Senioren-Weihnachtsfeier schon in den neuen Räumen feiern können", erzählte Gerhard Off. "Es hat tatsächlich geklappt." Der Rentner kennt das Gebäude noch aus den 30er-Jahren und der DDR-Zeit. "Unzählige Umsiedlerfamilien haben nach 1945 in dem Haus gelebt", erklärte Off. "Die Russen wollten das Gutshaus unbedingt abreißen, doch dazu ist es nie gekommen."
Nach Ansicht von Bürgermeister Harry Müller (parteilos) deutet der Zustand des Hauses darauf hin, dass die Besitzer nie viel Geld zur Verfügung hatten. Luckaus Bürgermeister erinnerte an die Menschen, die in dem Haus gelebt haben, darunter auch Staatsdiener und der Hauptmann von Lübben.
Bis zum Jahr 1945 sei der Besitz in einer Blutlinie geblieben. "In Saus und Braus", so Müller, "wurde hier offenbar nie gelebt." Allerdings sei die Armut ein prima Archivator, da nur wenig umgebaut und verändert worden sei. In dieser Tradition sieht der Verwaltungschef auch die aktuelle Sanierung. "Wir haben Historisches erhalten und ein wichtiges Stück Kümmritz und damit Heimatgeschichte vor dem Verfall bewahrt." Harry Müller findet es wichtig, „Kulturhistorie nicht nur in der Kernstadt Luckau, sondern auch in den Dörfern zu erhalten“ .
Ortsbürgermeister Heiko Terno ist dankbar für die Unterstützung durch die Stadt: "Allein hätten wir das Projekt nie realisiert." Er lobt auch die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz: "Wir haben einen prima Kompromiss gefunden. Die Räume sind wunderbar geworden", sagte Heiko Terno. "Das Gutshaus in Kümmritz hat wieder eine Zukunft."