In langjähriger Arbeit hat er sich mit der Geschichte der Öl-, Wasser- und Windmühlen von Schlabendorf bis Calau beschäftigt. Der Heimatforscher war in der Region unterwegs gewesen, hatte Bewohner und Zeitzeugen befragt. Alte Kirchenbücher hatte er zu Rate gezogen und auch an Hand historischer Tischmesskarten die Standorte der Mühlen dokumentiert.
„In der Zeit des Mittelalters waren deutsche Siedler in die Niederlausitz gekommen und hatten im 11. bis 13. Jahrhunderte die Technik und die Kenntnisse des Mühlenhandwerks mitgebracht“ , sagte Jentsch. So habe schließlich auch in der Region das Getreide in Wind- und Wassermühlen gemahlen werden können.
Die Mühlen hatten den Gutsherren gehört und waren an den Müller verpachtet worden, so Jentsch weiter. Der Müller damals habe ein umfangreiches Wissen vorweisen können, erklärte der Fachmann. Denn nicht nur die beste Verarbeitung von Getreide zu gutem Mehl hätte dessen Ruf bestimmt, sondern auch der Umgang mit der Mühlentechnik.
So musste der Müller, wollte er seinen Meisterbrief erlangen, eigenständig seine Mühle konzipieren, Zeichnungen erstellen und das Bauwerk mit seinen Händen und mit all der komplizierten Technik errichten. „Er war gleichzeitig Stellmacher, Schmied und Wasserbauer.“ Lesen, schreiben und rechnen waren Vorraussetzung - keine Selbstverständlichkeit zur damaligen Zeit, sagte Jentsch.

Helmut Jentsch ist Autor des Buches "Die Historischen Mühlen zwischen Spreewald und Niederlausitzer Landrücken".