| 02:41 Uhr

Alte Gärtnerei wird Bauland

Grünes Licht: Alte Gärtnerei ist jetzt Bauland für Eigenheime.
Grünes Licht: Alte Gärtnerei ist jetzt Bauland für Eigenheime. FOTO: be
Dahme. Dahmer Stadtverordnete geben dem Bebauungsplan grünes Licht: An der Schellstraße können neue Eigenheime entstehen. Für weitere Fläche an der Ackerstraße laufen die Planungen an. Carmen Berg

Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei an der nördlichen Schellstraße können Eigenheime entstehen. Die Stadtverordneten haben unlängst den entsprechenden Bebauungsplan per Satzung beschlossen. Konkret geht es um rund 4300 Quadratmeter Brachfläche zwischen Kita "Zwergenland" und Mauergasse. Auf der gegenüber liegenden Seite der Schellstraße stehen schon Einfamilienhäuser.

Im neuen Gebiet sollen dem Plan zufolge ebenfalls ausschließlich Einzel- und Doppelhäuser zulässig sein. Erlaubt sind zwei Geschosse, wobei das zweite Geschoss als Dachgeschoss auszubauen ist.

Kontrovers diskutierten die Stadtverordneten die Dachgestaltung. Laut Planung sind unterschiedliche Formen möglich, vom Sattel-, Walm- und Pultdach bis zum Flachdach. Matthias Ochs (SPD) verwies darauf, dass das Bauland unmittelbar an das Sanierungsgebiet der historischen Altstadt grenzt. "Flachdächer sind dort unpassend", fand er. Karsten Schmidt (Freie Wähler) entgegnete, der Dahmer Ortsbeirat habe sich bewusst für eine variable Dachgestaltung ausgesprochen. "Wenn wir wollen, dass junge Familien in Dahme bauen, sollten wir die Latte nicht zu hoch legen", sagte er. Bauamtsleiterin Christina Denkel verwies zudem darauf, dass das Gebiet klein sei. "Deshalb kann Vielfalt der Fläche gut zu Gesicht stehen." Dem schlossen sich die Stadtverordneten an.

Wie schnell und wie viele Häuser entstehen werden, ist offen. Die Flurstücke sind in Privatbesitz. Ein Schild kündet jedoch von Verkaufsinteresse. Die ursprüngliche Idee der Stadt, Parzellengrößen zwischen 500 und 800 Quadratmetern vorzugeben, sei von den Aufsichtsbehörden nicht genehmigt worden, weil damit in privates Eigentum eingegriffen würde, erklärte die Bauamtsleiterin.

Seit zwei Jahren steigt im Amt Dahme die Nachfrage nach Wohngrundstücken wieder. Begehrt bei Zuzüglern seien momentan aber Bauerngehöfte im Umland, berichtet Christina Denkel.

Doch will das Rathaus mit Angeboten für junge Familien auch in der Stadt vorbereitet sein. "Ein Planverfahren dauert zwei Jahre. Wir können deshalb nicht erst beginnen, wenn die Interessenten schon vor der Tür stehen", sagte sie. Im Haushaltsplan 2017 sind 16 000 Euro Planungsleistungen für ein weiteres Baugebiet linksseitig an der Ackerstraße eingestellt.

Sorgen bereitet im Rathaus indes ein hoher Leerstand in Mietshäuern der Altstadt, insbesondere in solchen mit Sanierungsbedarf. Ein Ingenieurbüro erstellt gerade eine Marktanalyse für Altstadt-Immobilien, die im September vorgestellt werden soll. Darin werden Objekte nach Kategorien erfasst: Solche, die sofort verkäuflich sind, andere, die erst nach Sanierung eine Chance hätten und wieder andere, die aus unterschiedlichen Gründen für eine Veräußerung nicht infrage kommen. Es gehe darum, gemeinsam mit den Eigentümern den Häusern eine Zukunft zu geben. "Möglichst auch außerhalb von Auktionen. Denn eine ganze Reihe Häuser, die von neuen Besitzern bereits günstig ersteigert wurden, dämmern vor sich hin", so Christina Denkel.