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Altanschließer und Ortsteile auf der Liste ganz oben

Herausforderer Olaf Schulze (CDU) im RUNDSCHAU-Interview zur Bürgermeisterwahl. Herr Schulze, warum sind Sie der Beste auf dem Luckauer Bürgermeisterstuhl? Olaf Schulze: Ich habe neben meinen Qualifikationen viele Erfahrungen in unterschiedlichen Ehrenämtern gesammelt.

Daneben habe ich gelernt, schwierige Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Die Bürger haben einen Bürgermeister verdient, der über genügend Achtsamkeit, Mut und Feingefühl verfügt.

Mit welchen Vorzügen kann die Stadt punkten? Was hat Luckau, das andere nicht haben?
Olaf Schulze: Luckau hat einen einzigartigen historischen Stadtkern, sehenswerte Museen, weitläufige Grünflächen und Parkanlagen. Wir haben die Ortsteile mit ihren Traditionen und Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das Schloss und den Schlosspark in Fürstlich Drehna. Und wir haben die Touristen in der Nähe, die schon jetzt aus dem Spreewald, von Tropical Island oder der Fläming-Skate zu uns kommen können.

Wo gibt es den größten Handlungsbedarf? Welche Aufgaben stehen auf Ihrer Prioritätenliste ganz oben?
Olaf Schulze: Die Thematik der Rückzahlung der Altanschließerbeiträge durch den TAZV steht an erster Stelle. Gefolgt von der Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ortsteile, dem generations- und altersgerechten Wohnungsbau, der Schaffung von Bauland in Luckau und den Ortsteilen, dem Erhalt des historischen Marktplatzes, der Wiederbelebung der Luckauer Innenstadt sowie weiteren Verbesserungen in Kita, Hort und Schule.

Wie beteiligen Sie die Bürger an wichtigen Entscheidungen? Wie wollen Sie die jungen Leute erreichen?
Olaf Schulze: Neben meinen Vorstellungen ist es wichtig zu wissen, wie die Bürgerinnen und Bürger Luckau im Jahr 2030 sehen. Um das zu erfahren, sind Umfragen nötig, genauso wie Projektdiskussionen und Abstimmungen. Warum gibt es bis dato zu wichtigen Fragen keinen Bürgerentscheid? Junge Leute erreiche ich durch Aufsuchen im Jugendclub, bei Elternabenden in Kita oder Schule. Wichtig ist das Gespräch: zuhören und deren Probleme versuchen zu lösen.

Auf dem Schlossberg stehen Bauarbeiten bevor. Wie geht es danach mit dem Haus weiter?
Olaf Schulze: Wichtig ist ein nachhaltiges Konzept zur wirtschaftlichen Eigennutzung/Verpachtung. Der Schlossberg soll weiterhin für viele unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden können.

Die Parkanlagen der Landesgartenschau 2000 gehören zu Luckaus Schätzen. Was ist nötig, um sie auch in Zukunft zu erhalten?
Olaf Schulze: Die LAGA GmbH, die für die Landesgartenschau gegründet wurde, ist neu zu strukturieren. Pflege und Nutzung des Areals müssen besser organisiert werden, eine touristische Ausrichtung ist für Luckau notwendig.

Wo sehen Sie Investitionsbedarf in den Ortsteilen?
Olaf Schulze: Die jährlichen Anmeldungen der Ortsteile zum Haushaltsplan der Stadt bilden die Grundlage für die Planung der Mittel. Beispielsweise wurden die Sanierung von Straßen, Gehwegen, des Gemeindehauses oder der Trauerhalle angemeldet und über Jahre nicht realisiert. Die Ortsteile müssen den Eindruck verlieren, dass sie bei Investitionen immer zurückgestellt werden.

Potsdam will, dass Kommunen sich zusammenschließen. Werden Sie für Luckau auf die Brautschau gehen? Wer wäre Ihr "Herzblatt"?
Olaf Schulze: Ich unterscheide hier schon. Ein Zusammenschluss ist nicht gleich eine Eingemeindung. Ich bin für Gespräche auf Augenhöhe und offen für Synergieeffekte mit anderen Gemeinden. Dies kann durchaus Heideblick und/ oder Crinitz sein. Wichtig ist die Freiwilligkeit. Nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen den Verwaltungen sollte die Entscheidung den Bürgerinnen und Bürgern überlassen werden.

Herr Schulze, bitte verbvollständigen Sie zum Abschluss diesen Satz: "Luckau in acht Jahren ist…"
Olaf Schulze: …mit seinen Ortsteilen ein moderner und nachgefragter Wohnort mit einer guten Infrastruktur.

Es gibt neben Geschäften, Cafés und Restaurants einen belebten Markt in der historischen Innenstadt. Luckau hat ein Hotel, um die gestiegenen Touristenzahlen zu beherbergen. Es haben sich Unternehmen mit interessanten Arbeitsplätzen angesiedelt.