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Altanschließer-Thema bewegt

Ehe Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (2.v.l.) in der Luckauer Begegnungsstätte über die Arbeit in ihrem Ministerium spricht, stehen die Pfannkuchen im Mittelpunkt. Wie sie erzählt, bäckt sie selbst nach einem alten Familienrezept ebensolche unvergleichlich leckeren Pfannkuchen.
Ehe Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (2.v.l.) in der Luckauer Begegnungsstätte über die Arbeit in ihrem Ministerium spricht, stehen die Pfannkuchen im Mittelpunkt. Wie sie erzählt, bäckt sie selbst nach einem alten Familienrezept ebensolche unvergleichlich leckeren Pfannkuchen. FOTO: I. Hoberg
Luckau. Der Duft von frisch gebackenen Pfannkuchen und Kaffee zieht durch den Raum in der Luckauer Begegnungsstätte für Alt und Jung beim DRK in der Jahnstraße. Die Tafel ist gedeckt, erwartet wird am Donnerstagnachmittag Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Ingrid Hoberg

Der Termin ist schon lange vorbereitet - die Besucher der Begegnungsstätte haben sich die Gesprächsrunde gewünscht, wie Karin Riese erzählt. Sie kümmert sich seit Jahren um ein abwechslungsreiches Programm für die wöchentlich stattfindenden Runden und hatte Almuth Hartwig-Tiedt nach Luckau eingeladen. Die Staatssekretärin steht nicht unter Termindruck - es ist Ferienzeit - und so bleibt Zeit, den Geburtstagskindern des Monats zu gratulieren und über Pfannkuchenrezepte zu plaudern. In der kurzen Vorstellung geht Almuth Hartwig-Tiedt (57/Die Linke) auf ihren beruflichen Werdegang von der Journalistin bis zur Stellvertreterin von Ministerin Diana Golze (Die Linke) ein.

Für rund 200 Mitarbeiter ist die Staatssekretärin seit November 2012 als Amtschefin zuständig. Almuth Hartwig-Tiedt betont, wie wichtig es für sie und ihre Mitarbeiter sei, bei der Erarbeitung von Richtlinien, beispielsweise für die Pflege, mit Menschen in der ländlich geprägten Region zu sprechen und ihre Erfahrungen zu nutzen.

Die erste Frage, die Luckauer Senioren an die Staatssekretärin richten, betrifft dann allerdings nicht ihr Ressort. Es ist das Thema Altanschließer und ein Schreiben des TAZV, in dem der Trink- und Abwasserzweckverband mit verwaltungstechnischem und juristischem Fachvokabular seinen Bescheid nach dem Richterspruch aus Karlsruhe mitteilt. Für Almuth Hartwig-Tiedt ist es nach einigen Zitaten aus dem Schreiben klar, dass damit noch mehr Verunsicherung und Verärgerung verbreitet werde.

Bundestagskandidatin Sylvia Lehmann (SPD) kann aus ihrer Erfahrung als Landtagsabgeordnete klärende Worte beisteuern, aber nicht alle Sorgen gerade der älteren Betroffenen ausräumen. Sie verweist darauf, dass in den Haushalt des Landes 250 Millionen Euro für die Verbände eingestellt wurden, die sich in Schieflage befinden. Doch es gehöre zur kommunalen Selbstverwaltung, dass die Verbände selbst entscheiden, ob nur diejenigen Geld zurückerhalten, die gegen Bescheide geklagt hatten. Im Verband sind Kommunen der Region zusammengeschlossen. "Nur etwa ein Drittel der Verbände im Land Brandenburg sind von der Altanschließerproblematik betroffen", so Sylvia Lehmann.

In der weiteren Gesprächsrunde hatten die Luckauer noch viele Fragen an Almuth Hartwig-Tiedt - von der Rentenpolitik bis zu ihrer Position zum Kohleausstieg zeigten sich die Besucher interessiert an der Position ihres Gastes aus Potsdam.

Der nächste Termin in der Begegnungsstätte ist der 10. August, dann spielt um 13.30 Uhr Heinz Kascher auf der Ziehharmonika.