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| 02:45 Uhr

Ärger um Busanschlüsse in Lübben

Werktags klappt mit der Linie 472 von Luckau der Anschluss zum Zug in Lübben, am Wochenende wird Umsteigen zur Geduldsprobe.
Werktags klappt mit der Linie 472 von Luckau der Anschluss zum Zug in Lübben, am Wochenende wird Umsteigen zur Geduldsprobe. FOTO: be
Luckau/Lübben. Seit dem Winterfahrplan müssen Zug-Reisende aus Cottbus oder Berlin am Wochenende am Bahnhof Lübben Geduld aufbringen, wenn sie mit dem Bus nach Luckau weiterwollen. Um wenige Minuten verpassen sie den Anschluss. Carmen Berg

Öfter am Wochenende von Cottbus nach Luckau unterwegs ist Wolfgang Schefter. Seit dem Fahrplanwechsel hat er festgestellt: Das Reisen ist ungemütlich geworden. Wenn er am Lübbener Bahnhof aussteigt, ist der Bus der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS) weg.

Um 14.20 Uhr startet der Bus in Richtung Luckau. Acht Minuten später trifft der Zug aus Cottbus, 13 Minuten später der Zug aus Berlin in Lübben ein. Auf den nächsten Anschluss müssen Umsteiger 52 beziehungsweise 47 Minuten warten. "Unerklärlich" findet Wolfgang Schefter daran vor allem, dass der Bus, den er so knapp verpasste, in Luckau zehn Minuten Aufenthalt hat, bevor er über Uckro nach Dahme weiterfährt.

In die andere Richtung sei es nicht besser, legt der frustrierte Fahrgast nach. Die letzten Busse aus Richtung Luckau kommen um 17.40 Uhr und um 19.40 Uhr am Lübbener Bahnhof an. Die Züge nach Wittenberge über Berlin sowie nach Cottbus sind dann seit elf beziehungsweise sechs Minuten weg. "Will die RVS ihre Fahrgäste vergraulen?", ärgert sich Wolfgang Schefter.

Uwe Müller, Leiter Verkehr bei der RVS, räumt ein, er könne den Unmut verstehen. Doch die Verkehrsgesellschaft habe auf Fahrplan-Veränderungen bei der Bahn reagieren müssen. Seit Dezember verkehre der RE 5 Berlin-Dresden mit Halt in Uckro 20 Minuten früher. Bei einem zweistündigen Takt der Busse am Wochenende passe das Gesamtkonzept zeitnaher Anschlüsse nicht mehr, die bis dahin auch für den RE 2 in Lübben klappten. Bedient werden könnte der Anschluss zum RB 19 Senftenberg-Berlin.

Zehn Minuten sind Puffer

Die RVS müsse die gesamte Strecke zwischen Lübben und Dahme mit beiden Bahnhöfen im Blick haben, sagt Uwe Müller. Die kritisierten zehn Minuten Standzeit in Luckau seien nötig als Puffer im Falle von Verspätungen.

Die aktuelle Veränderung bei der Bahn sei ein Vorgeschmack auf das, was mit dem geplanten Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden auf Tempo 200 ins Haus steht, so der Leiter Verkehr. Ab dem 5. August bis Mitte Dezember 2017 sei der gesamte Abschnitt zwischen Elsterwerda und Wünsdorf dicht. Der RVS liege der erste Entwurf für einen Schienenersatzverkehr vor, erklärt er.

Ersatz für die Schiene

Demnach soll es einen großen Ersatzverkehr, die Linie A, entlang der Strecke zwischen Elsterwerda und Wünsdorf geben. Darüber hinaus seien regionale Teillösungen als B-Linien vorgesehen. Eine davon soll stündlich vom Bahnhof Walddrehna über Luckau nach Lübben führen. Um 30 Minuten versetzt verkehre die reguläre Linie 472 der RVS nach Lübben. Bleibt es dabei, würde jede halbe Stunde ein Bus zwischen Luckau und Lübben fahren. Damit sei auch am Wochenende der Anschluss an den RE 2 in Lübben wieder gegeben, kündigt Uwe Müller an. Fahrgäste aus Richtung Golßen könnten mit der A-Linie über Baruth nach Wünsdorf gelangen und dort den RE 5 besteigen, sagt er. Die Fahrzeit bis Berlin würde sich aus dieser Richtung Uwe Müller zufolge nach derzeitigem Planentwurf um eine Viertelstunde verlängern. Welche Verkehrsgesellschaft den Schienenersatzverkehr bedienen wird, sei noch offen. Er werde ausgeschrieben.