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| 13:59 Uhr

Ärger über trübes Trinkwasser

Das Wasserwerk in Schwarzenburg ist seit zwei Jahren stillgelegt.
Das Wasserwerk in Schwarzenburg ist seit zwei Jahren stillgelegt. FOTO: dfh
Walddrehna. Bei einer Einwohnerversammlung in Walddrehna können Wasserexperten über die Ursachen nur spekulieren. Eine Lösung ist frühestens Mitte Mai in Aussicht. Daniel Friedrich

Die Probleme begannen 2015: Nachdem das Wasserwerk Schwarzenburg aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz ging, übernahm das 25 Kilometer entfernte Wasserwerk Schollen die Versorgung der Orte Schwarzenburg, Wehnsdorf und Walddrehna mit Trinkwasser. Kurz nach der Umstellung traten erste Klagen über gelblich getrübtes Wasser auf. Wie Eckhard Wolter von der Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft (DNWAB) nun einräumte, seien die Probleme damals unterschätzt worden: "Die Überwachung der Wasserqualität wurde zu kurz durchgeführt. Wir haben gedacht, nach einzelnen Spülungen sei es wieder gut."

Doch die Meldungen über Druckschwankungen und getrübtes Wasser ließen nicht nach. Erst Anfang dieses Jahres gingen die Fachleute der DNWAB, die Geschäftsbesorger des Luckauer Verbandes ist, den Problemen intensiv auf die Spur. "Wir haben zyklische Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und an verschiedenen Orten durchgeführt, Teilspülungen vorgenommen, Anwohner befragt und alle Daten mit Experten des Technologiezentrums Wasser in Dresden ausgewertet", sagt Eckhard Wolter.

Zwei Analyseergebnisse stellt er in den Vordergrund: Zum einen wurden Eisen- und Manganablagerungen im Trinkwasserrohrnetz festgestellt. Verantwortlich dafür sei wahrscheinlich eine zeitweilige Förderung von Rohwasser aus Schwarzenburg in den 1980er-Jahren. Durch chemische Reaktionen kam es zu einer Ausfällung, die sich im Rohrnetz ablagerte und durch den Fließrichtungswechsel nach der Wasserwerksumstellung nun wohl wieder durch das Netz wandere.

Zum anderen könnten Korrosionserscheinungen für die trübe Farbe verantwortlich sein. Das "Braunwasser" entstehe in alten Trinkwasserhausanschlüssen mit Stahlrohr, wie sie teilweise in betroffenen Orten eingesetzt seien.

Einige Bürger bezweifeln, dass die Hauptursache der Verunreinigung über 30 Jahre zurückliegen soll. Zudem berichtet eine Anwohnerin aus der Walddrehnaer Lindenstraße von Keramikschäden durch die Wasserhärte und, dass ihr Trinkwasser förmlich stinke. Eine Erklärung können die Experten dafür nicht geben. Einer geforderten Preisminderung erteilten sie jedoch eine Absage: "Wenn wie im vorliegenden Fall die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten werden, gibt es einen solchen Anspruch nicht."

Alle Hoffnung ruht nun auf der Intensivspülung, die jeweils in den Nächten vom 9. bis 11. Mai vorgesehen ist. "Wenn das Leitungsnetz in Ordnung ist, bekommen wir die Probleme in den Griff", ist sich Eckhard Wolter sicher. Noch vor den Sommerferien soll über die Ergebnisse informiert werden. Bis dahin müssen sich die Bürger weiter gedulden.