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| 20:21 Uhr

Aufreger in Luckau
Langes Warten auf Termine für Darmspiegelung

 Das Evangelische Krankenhaus in Luckau.
Das Evangelische Krankenhaus in Luckau. FOTO: Krankenhaus
Luckauer Krankenhaus kann stark gestiegene Nachfrage nicht zeitnah bewältigen. In dringenden Fällen geht es schneller.

Ein Luckauer hat am RUNDSCHAU-Leser-Telefon seinem Unmut Luft gemacht. Unlängst hatte er wegen Schmerzen im Bauch von seinem Hausarzt eine Überweisung zur Darmspiegelung bekommen, doch als er dafür im Evangelischen Krankenhaus in Luckau einen Termin holen wollte, gelang ihm das nicht. Ihm sei gesagt worden, einen Termin in diesem Jahr könne man ihm nicht mehr geben und fürs Folgejahr würden noch keine vergeben. Der Anrufer wollte sich nun nach Lübben oder Königs Wusterhausen wenden, doch nachvollziehbar sei es für ihn nicht, dass er in seiner Heimatstadt diese ambulante Versorgung nicht erhalten kann.

Das ist kein Einzelfall, auch andere Leser berichten von langen Wartezeiten aufs Darmspiegeln. Den Engpass bestätigt Alexander Schulz, Sprecher des Krankenhaus-Trägers, des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin. Er schreibt auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Tatsächlich ist es so, dass wir Patienten derzeit keine zeitnahen Untersuchungstermine für Darmspiegelungen anbieten können. Termine für das nächste Jahr können aber ab sofort vereinbart werden. Dringende Fälle werden nach Rücksprache mit den niedergelassenen Ärzten zeitnah untersucht.“

Der Sprecher begründet die Wartezeiten mit stark gewachsener Nachfrage. „Wir verzeichnen einen erheblichen Anstieg an Untersuchungen, seit der immunologisch-fäkale Okkultbluttest (iFOBT) seit dem 1. April 2017 zu den regulären Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Bei positiver Stuhltestung ist hier eine weitere Diagnostik – Koloskopie – erforderlich. Hinzu kommen die Patienten ab 50 Jahre, die sich im Rahmen des Früherkennungsprogramms untersuchen lassen möchten. Die Zahl der Menschen in dieser Altersgruppe steigt stetig“, so Alexander Schulz.

Wie er weiter ausführt, sei „die Zahl der Anfragen nach Untersuchungsterminen in den zur Verfügung stehenden Untersuchungszeiten und mit dem vorhandenen Personal nicht zu bewältigen, ohne den Patienten längere Wartezeiten auf Termine zumuten zu müssen“. Das Krankenhaus sei bemüht, allen Patienten gerecht zu werden. Dabei dürfe es für die Einrichtung keine Rolle spielen, ob jemand aus der Berstestadt komme oder aber aus anderen Regionen.

Wie Alexander Schulz feststellt, komme es zudem häufiger vor, dass Patienten Termine ohne vorherige Absage verstreichen lassen. „Das bringt uns nicht nur in organisatorische Bedrängnis. Ein anderer Patient hätte vielleicht schneller behandelt werden oder kurzfristig einen früheren Termin erhalten können.“