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| 18:07 Uhr

Stabile Wirtschaftslage
Abwasser wird wieder billiger

Luckau. Verbandsversammlung des TAZV beschließt Preissenkung. Trinkwasser-Preise bleiben stabil. Von Anja Brautschek

Die wirtschaftliche Situation des Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) Luckau ist stabil. Im vergangenen Jahr hat der TAZV einen Jahresüberschuss erwirtschaftet. Von dieser positiven Entwicklung profitieren auch die Einwohner im Verbandsgebiet. Denn die Gebühr für die zentrale Schmutzwasserentsorgung wird im kommenden Jahr sinken. Einen entsprechenden Beschluss hat die Verbandsversammlung des TAZV am Mittwochabend gefasst.

Demnach zahlen Beitragszahler im Tarifgebiet Luckau ab dem 1. Januar 2019 dafür 4,38 Euro pro Kubikmeter. Damit sinkt die Entsorgungsgebühr um 35 Cent gegenüber diesem Jahr. Auch für Nichtbeitragszahler wird die Abwasserentsorgung günstiger. Sie zahlen ab dem kommenden Jahr 5,27 Euro je Kubikmeter und sparen damit 37 Cent gegenüber 2018. Die Differenz von zwei Cent zwischen Beitrags- und Nichtbeitragszahler kann der Luckauer Thomas Brokmeier (Luckau Land/Grüne) jedoch nicht nachvollziehen. „Beitragszahler werden doch dadurch benachteiligt, wie soll ich das anderen erklären?“, fragt er während der Stadtverordnetenversammlung in Luckau, bei der die Beschlussfassungen der Verbandsversammlung im Vorfeld diskutiert wurden. Diesen Unterschied, so erklärt es der Verbandsvorsteher Stefan Ladewig, ergibt sich in der Kalkulation aus verschiedenen Faktoren – unter anderem durch Verschiebungen innerhalb der beiden Gruppen. Aufgrund von rechtlichen Entscheidungen oder anderen Entwicklungen kann über das Jahr hinweg beispielsweise ein Beitragszahler zu einem Nichtbeitragszahler werden. „Eine Angleichung der Differenz ist äußerst gefährlich und noch dazu rechtlich nicht möglich“, warnt der Verbandsvorsteher. Beide Gebührenwerte werden sich ebenfalls über Jahrzehnte langsam weiter annähern, um eine Gleichberechtigung weiter zu gewährleisten. Für beide Gruppen ist es dennoch die zweite Gebührensenkung infolge.

Etwas teurer hingegen wird es für Nutzer von abflusslosen Sammelgruben. Sie zahlen im kommenden Jahr 6,69 Euro je Kubikmeter. 2018 waren es 6,30 Euro. Die Abwasserentsorgung für Kleinkläranlagen steigt ebenfalls von 36,76 Euro den halben Kubikmeter auf künftig 40,52 Euro. Grund ist laut Ladewig der erhöte Aufwand für die Filterung dieser Abwässer. Weiter stabil bei 1,90 Euro je Kubikmeter bleiben die Preise für das Trinkwasser. Diese sind seit 2017 unverändert.

Ansteigen sollen jedoch im kommenden Jahr auch die Investitionen des TAZV. Der Verband plant, rund 4,8 Millionen Euro für das Tarifgebiet Luckau und Crinitz einzusetzen. In diesem Jahr wurden rund 3,1 Millionen Euro investiert. Hauptschwerpunkt wird laut Wirtschaftsplan im kommenden Jahr die weitere Sanierung von Kanalnetzen sein. Im Bereich Luckau, Golßen/Zützen und Niewitz soll das Netz ausgebessert werden. Außerdem sollen die Kläranlage Beesdau sowie die Pumpwerke saniert werden. Der Verband rechnet mit Investitionen allein im Abwasserbereich von rund 3,2 Millionen Euro im Tarifgebiet Luckau. Damit verdoppelt sich der Einsatz beinahe im Vergleich zum Vorjahr. „Mit diesen Maßnahmen ist der Sanierungsstau erst einmal abgearbeitet“, erklärt Verbandsvorsteher Stefan Ladewig.

Für den Trinkwasserbereich sollen rund 1,5 Millionen Euro eingesetzt werden. Im kommenden Jahr sollen damit Leitungsnetze weiter saniert und die Wasserwerke stabilisiert werden. Um die Trinkwasserqualität in Walddrehna weiter zu verbessern, wurde dort in diesem Jahr erstmals ein besonderes Saug-Spülverfahren angewendet. So konnten laut Ladewig weitere Rückstände aus den Rohren gespült werden.

Trotz der geplanten, umfangreichen Investitionen rechnet der Verband mit einer weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation. Erstmals kann damit die Verbandsumlage laut aktuellen Planungen auf null Euro sinken. Seit Jahren sind die Abnahmen von Trink- und Schmutzwasser trotz Bevölkerungsrückgang relativ stabil geblieben. Auch große Einbrüche im gewerblichen Bereich konnten durch Neuansiedlungen kompensiert werden. Wie der Verbandsvorsteher weiter mitteilt, war die Versorgungslage auch in diesem Sommer stabil. Die Kapazitätsgrenzen wurden auch an Spitzentagen nicht ausgeschöpft.