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Luckau
Abwasser in Luckau wird billiger

Luckau. Senkung der Gebühren steht auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung.

Die Abwassergebühr im Luckauer Verbandsgebiet soll nach Anstiegen in den beiden Vorjahren zum 1. Januar 2018 erstmals wieder sinken. Eine Änderungssatzung steht bei der TAZV-Verbandsversammlung am Mittwoch, 6. Dezember, in Dahme zum Beschluss. Für die Verbraucher ist das nach vielen Hiobsbotschaften eine gute Nachricht. Profitieren sollen sowohl die zentrale als auch die dezentrale Entsorgung.

Für Eigentümer, die Anschlussbeiträge an den zentralen Kanal gezahlt haben, fällt die Schmutzwassergebühr um 32 Cent je Kubikmeter von 5,05 auf 4,73 Euro. Für Nicht-Zahler von Anschlussbeiträgen soll diese Abgabe ebenfalls um 32 Cent je Kubikmeter von 5,96 auf 5,64 Euro sinken. In beiden Fällen spart ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 90 Kubikmetern knapp 30 Euro im Jahr.

Deutlich günstiger soll zudem die Entsorgungsgebühr für Kleinkläranlagen werden. Statt 55,97 Euro je halbem Kubikmeter wären 2018 36,76 Euro zu entrichten. Im Luckauer Verbandsgebiet sind rund 60 Prozent der Grundstücke an ein zentrales Kanalnetz angeschlossen, 40 Prozent nutzen die dezentrale Entsorgung. Wie der designierte Verbandsvorsteher Stefan Ladewig sagt, resultiere die geplante Gebührensenkung aus einer günstigen Mengenentwicklung. Der Bevölkerungsrückgang sei nicht so stark wie prognostiziert. Zuwachs gebe es beim Gewerbe.

Der Trinkwasserpreis soll mit 2,03 Euro je Kubikmeter stabil bleiben.

Um Investitionen zu bezahlen, geht der Verband neben stabilen Verbrauchsmengen davon aus, dass Altanschließern nur berechtigte Forderungen aus bestandskräftigen Bescheiden erstattet werden, so Stefan Ladewig. Bis Ende 2018 sollen insgesamt 2,2 Millionen Euro dieser Beiträge zurückgezahlt sein.

Den Wirtschaftsplan will die Verbandsversammlung am Mittwoch in Dahme ebenfalls beschließen.

Er sieht beim Schmutzwasser Investitionen von rund 3,2 Millionen Euro vor, davon 1,7 Millionen Euro aus Überhängen des Jahres 2017. Ein Grund für den Stau ist Stefan Ladewig zufolge die schwierige Fördersituation. Die Anträge des Verbandes seien termingerecht bis Ende Februar eingereicht worden, Antwort habe der TAZV bis heute nicht.

Der Großteil der vorgesehenen Ausgaben wird für die Sanierung von Kanalnetzen in Luckau, Golßen-Zützen und Niewitz sowie für die grundhafte Erneuerung der Kläranlage in Beesdau eingesetzt. In Luckau soll für 390 000 Euro der Kanal von der Berliner Straße und der Straße An der Schanze bis zum Mühlberg in die Kur. Die Arbeiten werden 2018 begonnen und in den Folgejahren fortgeführt.

In den Trinkwasserbereich will der Verband rund 1,6 Millionen Euro stecken, davon rund 411 000 Euro aus Überhängen. Die Schwerpunkte liegen auf der Sanierung der Leitungsnetze und der langfristigen Stabilisierung der Wasserwerke. Größte Einzelmaßnahme ist die Osteinspeisung in Luckau vom Hain über die Bahnhofstraße. Die 300er-Leitung ist eine entscheidende Achse zwischen dem Wasserwerk Schollen und den Versorgungsleitungen bis ins Luckauer Umland hinein.

Weiter vorankommen will der Verband auch beim Überwinden seiner Geldnot. Nächstes Jahr sollen Kredite für knapp zwei Millionen Euro getilgt werden. Damit würden Ende 2018 noch Kredite in Höhe von rund 21 Millionen Euro zu Buche stehen. Gegenüber 2008 ist das eine Senkung um 40 Prozent.

Die Verbandsversammlung trifft sich am Mittwoch, 6. Dezember, um 19 Uhr im Dahmer Rathaussaal. Am Beginn steht eine Einwohnerfragestunde. Am Dienstag, 5. Dezember, befassen sich die Luckauer Stadtverordneten um 19.30 Uhr im Rathaus mit den Dokumenten.