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| 12:45 Uhr

Debatte in Golßen
Abstufung der Bahnhofstraße verschoben

Golßen. Die Golßener Straße bleibt vorerst beim Land. Treffen mit Landesbetrieb geplant.

Die Bahnhofstraße in Golßen (Unterspreewald) bleibt vorerst weiterhin in Trägerschaft des Lands Brandenburg. Das ist das Ergebnis einer intensiven Diskussion in der Kleinstadt. Vor allem Anwohner hatten sich gegen eine schnelle Abstufung der Straße gewehrt. Sie fordern zuvor eine Komplettsanierung dieses Abschnitts der Landesstraße L 711 (die RUNDSCHAU berichtete). Die Stadtverordneten reagierten darauf. Sie haben eine Entscheidung über die Umstufungsvereinbarung mit dem Land Brandenburg während ihrer Sitzung am Montagabend verschoben.

Der Beschluss soll erst wieder nach Gesprächen mit Vertretern des Landesbetriebs für Straßenwesen auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung kommen. „Das kann im Januar oder auch erst im Februar des nächsten Jahres sein“, wie Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) sagt. Angebotene Gesprächstermine des Landesbetriebs noch in diesem Jahr sind ihm zufolge „nicht akzeptabel“. Es gebe Leute, die gehen arbeiten und können Termine am Nachmittag nicht wahrnehmen, begründet das Stadtoberhaupt. Die Verwaltung in Golßen werde dem Landesbetrieb Termine ab 17:30 Uhr vorschlagen, so Hartmut Laubisch.

Das Treffen ist dann die Gelegenheit für die Anwohner der Bahnhofstraße, sich über die geplante Abstufung und Übertragung der Straße an die Stadt Golßen zu informieren. Dass nur Anlieger eingeladen sind, ärgert Hartmut Quiel. „Ich bin Schlosser und habe doch vom Straßenbau“, sagt der Golßener. „Kann ich einen Experten mitbringen?“, will er wissen. Auch Christoph Berndt aus dem Ortsteil Zützen wirbt dafür, „Fachleute zuzulassen. Das ist sinnvoll, um das Vorhaben umfassend zu diskutieren“.

Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sieht die Mitsprache der Bürger nicht gefährdet, wenn nur Anwohner zum Treffen mit der Landesbehörde eingeladen werden. „Nach der Versammlung wird doch nicht automatisch eine Entscheidung getroffen“, erklärt der Chef der Amtsverwaltung. „Wenn nicht alle Fragen ausgeräumt sind, können die Stadtverordneten überlegen, wie sie weiter vorgehen“, sagt er zum weiteren Prozedere.

Der Bauausschussvorsitzende Gerd Pietrzok (SPD) will, dass die Bedenken der Betroffenen möglichst ausgeräumt werden. Er bittet die Anlieger, ihre Fragen bis Ende dieses Jahres der Verwaltung in Golßen zu übergeben: „Dann können während des Treffens mit dem Landesbetrieb schon konkrete Antworten gegeben werden.“

Hintergrund der Debatte: Die Bahnhofstraße soll abgestuft werden, weil die Landessstraße L 711 wegen der Schließung des Bahnübergangs zwischen Golßen und dem Gemeindeteil Altgolßen eine neue Trassenführung für den Kraftfahrzeugverkehr bekommen hat und damit ihre überregionale Bedeutung verloren habe.