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| 14:36 Uhr

Tiefer in die Geldbörse greifen
Abgeordnete stimmen Mehrausgaben zähneknirschend zu

 Der neue Spielplatz wurde im August im Schlosspark in Dahme eingeweiht. Die Mehrgenerationsfläche ist teurer geworden als geplant.
Der neue Spielplatz wurde im August im Schlosspark in Dahme eingeweiht. Die Mehrgenerationsfläche ist teurer geworden als geplant. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Kita „Zwergenland“ und Mehrgenerationenfläche im Schlosspark Dahme werden wesentlich teurer.

Begeistert waren die Stadtverordneten nicht: Die Stadt Dahme muss für zwei schon realisierte Maßnahmen mehr Geld ausgeben als geplant. Die Sanierung der Kita „Zwergenland“ kostet etwa 57 000 Euro und damit fast 20 Prozent mehr als erwartet. Für die Herstellung der Mehrgenerationsfläche im Schlosspark müssen etwa 25 000 Euro zusätzlich bezahlt werden. Das sind rund acht Prozent der geplanten Gesamtsumme (knapp 290 000 Euro).

Beiden überplanmäßigen Ausgaben stimmten die Stadtverordneten während ihrer Sitzung kürzlich zähneknirschend zu. Dahmes Ortsvorsteher Jürgen Reder (SPD) zeigte sein Unverständnis über den finanziellen Nachschlag im Schlosspark: „Es war doch bekannt, dass dort Wurzeln sind, wo die Fläche hergerichtet wurde.“

Der Bauamtsleiterin Christina Denkel zufolge wurden vor Maßnahmenbeginn keine Baugrunduntersuchungen gemacht. Während der Prüfung der Oberbodenschicht wurde dann laut Verwaltung festgestellt, dass der Oberboden eine sehr schlechte Tragfähigkeit besitzt, zudem mit vielen Wurzeln versetzt ist. Eine Verdichtung mit einer Rüttelplatte sei nicht möglich gewesen. Das habe zu einer höheren Auskofferung und zu erheblichen Mehrmengen an Obermaterial bei Wegen und Spielplatzflächen geführt. Auch die Änderung des Fallschutzes der Seilbahn-Rasengitterfallschutzplatten statt Holzhackschnitzel hätten mehr Kosten verursacht.

Die Mehrkosten werden zu 80 Prozent mit Städtebaufördermitteln finanziert. Der zusätzliche Eigenanteil der Stadt Dahme beträgt rund 5000 Euro. Für Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) sind die zusätzlichen Ausgaben „für so eine kostenintensive Baumaßnahme moderat, denn die Baupreise sind in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert“.

Auch während der grundhaften Sanierung der Kita „Zwergenland“ gab es Überraschungen mit finanziellen Auswirkungen. „Planungen sind bei einem Altbau immer schwierig“, sagt Christina Denkel. Karsten Schmidt (Freie Wähler) lässt das nicht gelten, sagt: „Das Planungsbüro muss den Zustand des Gebäudes berücksichtigen und entsprechend planen. Wenn das Projekt finanziell aus dem Ruder läuft, war der Planansatz falsch.“ Sein Vorwurf: „Vielleicht hätten wir bei einem höheren Planungsansatz mehr Fördermittel erhalten?“ Auch Jörg-Martin Bächmann (Die Linke) sieht „die Gründe für 20 Prozent Mehrausgaben in der Kalkulation“. David Kaluza nimmt die Kritik am Planungsbüro ernst, gibt aber zu bedenken: „Wir hatten ein enges Baufenster, um den Fertigstellungstermin zu halten. Deshalb konnten wir die Stadtverordneten nicht über jede Abweichung von der Planung informieren.“ Am 1. August wurde die Kindereinrichtung wieder in Betrieb genommen. Jürgen Reder gefällt die sanierte Kita: „Sie ist sehr schön geworden.“