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LR vor Ort
Drahnsdorf und der Bahnausbau

Mit dem Streckenausbau wird die Verbindung nach Berlin schneller. Drahnsdorfs pendler fühlen sich dennoch abgehängt.
Mit dem Streckenausbau wird die Verbindung nach Berlin schneller. Drahnsdorfs pendler fühlen sich dennoch abgehängt. FOTO: Birgit Keilbach
Drahnsdorf. RUNDSCHAU-Forum „Vor Ort“ mit Podiumsgästen und Einwohnern am Donnerstag.

Die Dresdener Bahn wird auf Tempo 200 ausgebaut. Doch von der schnelleren Verbindung nach Berlin haben Drahnsdorfer Berufspendler wenig. Die Regionalzüge halten nur im Zwei-Stunden-Takt, Schnellere Züge im Abstand von einer Stunde fahren durch.

Pendler wie Grit Lau müssen ausweichen auf den RE 2 Cottbus-Berlin. Der sei völlig überlastet und beim Zustieg in Brand rappelvoll. Eine Bürgerinitiative macht sich stark, dass in Drahnsdorf der Zug zu Stoßzeiten stündlich hält. Das würde den RE 2 entlasten, lautet ein Argument. Unstrittig ist, dass eine schnelle Hauptstadtverbindung ein entscheidender Standortfaktor für den strukturschwachen Süden Dahme-Spreewalds ist. Was für Drahnsdorf gilt, trifft auch für Walddrehna, Uckro und Golßen zu. Deshalb gibt es eine gemeinsame Initiative der Stadt Luckau, der Gemeinde Heideblick sowie des Amtes Unterspreewald für den Halt im Stunden-Takt. „Wenn wir für einen der vier Bahnhöfe eine bessere Taktung erreichen, ist das ein realistisches Ziel“, glaubt Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine.

Was bringt die schnellere Schiene? Außer Geldsorgen. Drahnsdorf schreibt rote Zahlen. Für den Gemeindeanteil von 217 000 Euro an der neuen Bahnbrücke im Ortsteil Falkenhain springt das Land in die Bresche unter knallharten Auflagen. So müssen zum Beispiel die Friedhofsgebühren drastisch erhöht werden.  „Wir können uns nichts mehr leisten“, sagt Bürgermeisterin Edith Grundey.

Welchen Stellenwert hat die Gemeinde im Nahverkehrsplan des Landes? Wie leben die Bürger mit den Folgekosten des Streckenausbaus? Darüber wollen wir beim RUNDSCHAU-Stammtisch „Vor Ort“ am Donnerstag, 30. November, um 18.30 Uhr in der Drahnsdorfer Gaststätte „Auszeit“ mit den Podiumsgästen Deltelf Höppe, Referent für Angelegenheiten des Bahnverkehrs im Brandenburger Infrastrukturministerium, Andrea Weigt von der Bürgerinititative, Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine, Bürgermeisterin Edith Grundey und natürlich mit den Drahnsdorfer Bürgern reden.