Einen absoluten Hochwasserschutz werde es nicht geben. "Ein Restrisiko bleibt immer", sagt Frank Trosin. Der Mitarbeiter im Umweltamt des Landes Brandenburg verweist darauf, dass es Hochwasser schon immer gegeben habe.

Kritisch werde es dann, wenn mögliche Überschwemmungsgebiete überbaut seien. Um das Schadenspotenzial zu minimieren, soll Hochwasservorsorge getroffen, sollen Überschwemmungsgebiete ausgewiesen werden.

"Derzeit werden spezielle Karten erarbeitet" sagt Frank Trosin. Er informierte während der Bauausschusssitzung über geplante Gebiete sowie den Ablauf des Verfahrens. Überschwemmungsgebiete sollen demnach auch in Regionen festgelegt werden, in denen ein Hochwasser statistisch gesehen aller hundert Jahre zu erwarten sei. Bauen sei in solchen Gebieten dann nicht mehr möglich. Es ist dann untersagt, dort neue Baugebiete auszuweisen und neue Bauanlagen zu errichten, wie der Mitarbeiter des Landesumweltamts erklärt. Die Bereiche entlang der Spree sollen ihm zufolge 2015 ausgewiesen werden. Die Gefahrenkarten würden auf der Grundlage einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) erstellt und digitale Geländemodelle einbezogen. Damit werde auf die extremen Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre in vielen europäischen Flussgebieten reagiert. Zudem würden lokale Akteure wie beispielsweise Wasser-und Bodenverbände und Kommunen einbezogen.

Wie Frank Trosin ankündigt, soll es Anfang des nächsten Jahres einen Zwischenbericht als Diskussionsgrundlage geben. Für die Öffentlichkeit sei eine Hochwasserkonferenz geplant. Regionale Maßnahmenpläne sollen bis Ende 2015 erstellt sein. Der sachkundige Einwohner Thomas Fischer wollte wissen, ob das Maßnahmenkonzept für den Hochwasserschutz von 2008 damit hinfällig ist oder ob darauf aufgebaut wird.

Wie Frank Trosin sagt, fließen die damaligen Festlegungen in die aktuelle Planung ein: "Damals wurde ja nur Lübben betrachtet. Jetzt prüfen wir, wo wir das Wasser schon vorher zurückhalten können." Ziel sei es, dichtbesiedelte Gebiete zu schützen. Dabei werde auch betrachtet, ob es sinnvoll sei, landwirtschaftliche Flächen durch Deiche zu schützen. "Das Land Brandenburg wird nur Geld für Hochwasserschutz von dicht bebauten Gebieten, aber nicht von landwirtschaftlichen Flächen ausgeben", sagt der Mitarbeiter des Umweltamts. Ihm zufolge stehen pro Jahr 30 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen zur Verfügung.

Zum Thema:
Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind verpflichtet, bis Ende 2015 Hochwasserrisikomanagementpläne zu erstellen und zu veröffentlichen. Die Pläne werden auf der Grundlage der Ergebnisse der vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos sowie der Gefahren-und Risikokarten erarbeitet. Die Karten sind auf der Internetseite des Landesumweltamts einsehbar. www.mugv.brandenburg.de